11 January 2026, 20:54

Pflegenotstand in NRW: Düsseldorf und Mönchengladbach kämpfen um Lösungen für die Zukunft

Eine alte Postkarte mit einer Briefmarke, adressiert an ein Krankenhaus in Leipzig, Deutschland, mit Text auf beiden Seiten.

Pflegenotstand in NRW: Düsseldorf und Mönchengladbach kämpfen um Lösungen für die Zukunft

Pflegenotstand in Nordrhein-Westfalen: Düsseldorf und Mönchengladbach suchen Lösungen

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Der Bedarf an Langzeitpflege steigt in Nordrhein-Westfalen rasant an – besonders in Städten wie Düsseldorf und Mönchengladbach. Fast jeder zehnte Düsseldorfer ist mittlerweile auf Pflege angewiesen, während die alternde Bevölkerung in Mönchengladbach die lokalen Dienstleistungen an ihre Grenzen bringt. Da die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2050 voraussichtlich um ein Drittel steigen wird, suchen Behörden und Pflegeeinrichtungen verzweifelt nach Antworten.

In Mönchengladbach ist der hohe Anteil an Pflegebedürftigen auch auf die Arbeiterklasse-Tradition und die ehemalige Textilindustrie zurückzuführen. Das Caritas-Pflegeheim in Holt spürt diesen Druck besonders: Es kämpft mit langen Wartelisten und chronischem Personalmangel. Teilweise springen sogar Bewohner selbst ein, um bei einfachen Aufgaben zu helfen, wenn die Pflegekräfte überlastet sind.

Um den Mangel zu beheben, haben die Städtischen Kliniken Mönchengladbach (Elisabeth-Krankenhaus Rheydt) in den letzten Jahren mindestens 20 bis 22 internationale Pflegekräfte angeworben und ausgebildet. Auch Düsseldorfer Pflegeheime setzen auf Personal aus dem Ausland: Über ein spezielles Programm wurden zwei neue Mitarbeiterinnen aus den Philippinen eingestellt. Helmut Wallrafen vom Mönchengladbacher Sozialamt plädiert zudem für einen Wandel hin zu einer dezentralen, nachbarschaftsbasierten Pflege. Er fordert eine engere Verzahnung von professionellen Diensten und ehrenamtlichen Netzwerken – etwa in Wohngemeinschaften, Tagespflegeeinrichtungen und Gemeinschaftsprojekten. Zwar zeigen diese Modelle erste Erfolge, doch Wallrafen gibt zu: „Es bleibt eine Herausforderung, sie flächendeckend und nachhaltig umzusetzen.“

Aktuell werden fast 90 Prozent der Pflegebedürftigen in der Region zu Hause versorgt. Angesichts des wachsenden Bedarfs warnen Experten jedoch: Ohne weitere Maßnahmen werden die Versorgungslücken noch größer.

Das Pflegesystem in der Region steht unter enormem Druck. Beide Städte setzen auf internationale Fachkräfte und gemeindeorientierte Lösungen, doch der steigende Bedarf erfordert langfristige Planung. Ohne zusätzliche Investitionen und bessere Koordination wird sich die Belastung für Pflegepersonal, Ehrenamtliche und Angehörige weiter verschärfen.