Ibbenbürens 275-Meter-Schornstein fällt – das Ende einer Kohle-Ära
Clara MeyerSchornstein des Kraftwerks Ibbenbüren soll gesprengt werden - Ibbenbürens 275-Meter-Schornstein fällt – das Ende einer Kohle-Ära
Das letzte sichtbare Relikt des ehemaligen Steinkohlekraftwerks von RWE in Ibbenbüren fällt an diesem Sonntag
Um etwa 11:00 Uhr wird der 275 Meter hohe Schornstein – das letzte noch bestehende Weltde des Standorts – gesprengt. Damit verschwindet das letzte greifbare Zeichen des Standorts und markiert einen weiteren Schritt im Wandel der Region von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien.
RWE hatte seine beiden letzten Steinkohlekraftwerke in Deutschland, darunter auch das Werk in Ibbenbüren, bereits 2021 stillgelegt. Seither wird die Anlage Stück für Stück zurückgebaut. Im April 2025 waren bereits das Kühlturm- und Kesselhausgebäude im Rahmen einer kontrollierten Sprengung abgerissen worden.
Die Regierung übernahm das Gelände 2023 und wird es bis Sommer 2026 an den Energiekonzern Amprion übergeben. Vor der Übergabe müssen alle verbleibenden Bauwerke abgerissen, zerkleinert und recycelt werden. Amprion plant auf dem Areal den Bau einer Konverterstation, die Windparks in der Nordsee mit dem Stromnetz in Nordrhein-Westfalen verbinden soll.
Die neue Station soll 2031 in Betrieb gehen. Zwar sind die genauen Kapazitäten von Amprions Projekten noch nicht bekannt, doch Deutschland strebt bis 2042 den Aufbau von 21 Konverterplattformen mit je zwei Gigawatt Leistung in Nord- und Ostsee an.
Mit dem Abriss des Schornsteins verschwindet das letzte physische Zeugnis der steinkohlebetriebenen Vergangenheit Ibbenbürens. Künftig wird das Gelände Infrastruktur für erneuerbare Energien beherbergen – ein Symbol für den grundlegenden Wandel im deutschen Energiesektor. Die Konverterstation von Amprion wird dabei eine zentrale Rolle spielen, um Windstrom in das regionale Netz einzuspeisen.






