26 April 2026, 10:27

Telemedizin-Station in Winterberger Apotheke: Warum die Kammer sie stoppte

Apotheker in weißem Kittel mit Flasche, während er mit einem Kunden in einer Apotheke spricht.

Telemedizin-Station in Winterberger Apotheke: Warum die Kammer sie stoppte

Geplante Telemedizin-Station in Winterberger Franziskus-Apotheke von Landesapothekerkammer gestoppt

Die geplante Einrichtung einer Telemedizin-Station in der Franziskus-Apotheke in Winterberg wurde von der zuständigen Landesapothekerkammer untersagt. Die Entscheidung fällt in eine Phase des Übergangs: Der langjährige Inhaber Jürgen Schäfer bereitet die Übergabe des Betriebs an seine Nachfolgerin Jasmin Ennulath vor. Beide hatten gehofft, mit der Station das Serviceangebot – insbesondere in der ländlich geprägten Region – deutlich verbessern zu können.

Schäfer wollte in den öffentlich zugänglichen Bereichen der Apotheke eine "Medivise Telemedizin-Box" installieren. Die Kabine sollte vor allem bei Folgeverordnungen und Patientengesprächen unterstützen. Sein Ziel: die Abläufe im Apothekenalltag effizienter gestalten und Kunden einen Mehrwert bieten.

Die Landesapothekerkammer lehnte den Antrag jedoch ab. Begündet wurde dies mit der Befürchtung, eine ärztliche Sprechstunde innerhalb einer Apotheke könnte gegen die Überweisungsregeln verstoßen und zu einer unzulässigen Patientenlenkung führen. Der Hersteller Medivise betont hingegen, dass die Station alle pharmazeutischen, datenschutzrechtlichen und juristischen Vorgaben erfülle.

Tatsächlich ist Telemedizin in Apotheken nach deutschem Recht grundsätzlich erlaubt – konkret in § 129 Absatz 5h des Sozialgesetzbuchs V (SGB V). Schäfer und Ennulath sehen darin weiterhin großes Potenzial, besonders für ländliche Gebiete mit eingeschränktem Zugang zu medizinischer Versorgung. Doch das Veto der Kammer bedeutet: Die Station wird nicht realisiert.

Damit bleibt die Franziskus-Apotheke vorerst ohne die geplante digitale Beratungsmöglichkeit. Schäfer und Ennulath hatten das Projekt unterstützt, doch der Beschluss der Apothekerkammer ist endgültig. Der Betrieb läuft zunächst ohne die geplante telemedizinische Ergänzung weiter.

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