15 February 2026, 23:10

Wasserstoffausbau stockt – Deutschlands Gasnachfrage steigt überraschend an

Eine Säulendiagramm, das den Stromerzeugung der Bundesländer nach Brennstoffquellen im Jahr 2022 zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.

Wasserstoffausbau stockt – Deutschlands Gasnachfrage steigt überraschend an

Deutschlands Gas- und Wasserstoffbranche präsentiert Gasbilanz 2025 auf der E-world energy & water in Essen

Die neuesten Erkenntnisse zeichnen ein gemischtes Bild: Zwar gibt es Fortschritte beim Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur, doch Verzögerungen und regulatorische Hürden bremsen die Entwicklung aus.

Auch die Gasnachfrage ist wieder gestiegen – ein Trendumkehr nach den jüngsten Rückgängen, während das Land weiterhin mit Herausforderungen bei der Energiesicherheit kämpft.

Laut dem Bericht wurden 2025 rund 525 Kilometer Wasserstoffleitungen fertiggestellt, womit das deutsche Wasserstoff-Kernnetz offiziell in Betrieb ging. Doch der weitere Ausbau bleibt hinter den Zielen zurück. Ursprünglich sollte die nationale Wasserstoffstrategie bis 2030 eine Elektrolysekapazität von 10 Gigawatt (GW) erreichen. Aktuell sind jedoch nur 7,2 GW konkret geplant – ein Rückgang gegenüber den über 11 GW, die 2024 noch angekündigt worden waren.

Hohe Strompreise, unklare Vorschriften und das Fehlen langfristiger Abnahmeverträge haben zahlreiche Wasserstoffprojekte zum Stillstand gebracht oder gar zum Scheitern verurteilt. Investoren zeigen sich zurückhaltend, da regulatorische Unsicherheiten und hohe Transformationskosten die Nachfrage zusätzlich dämpfen.

Gasverbrauch steigt – Erneuerbare Alternativen stocken 2025 stieg der Gasverbrauch um etwa 3 Prozent auf 835 Terrawattstunden (TWh). Gaskraftwerke bleiben besonders in Phasen mit geringem Wind- und Solarstromaufkommen systemrelevant, stoßen dabei jedoch rund 392 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde aus. Gleichzeitig gewinnt Biomethan als erneuerbare Alternative an Bedeutung: 2025 wurden 11,5 TWh ins Netz eingespeist. Doch auch hier hemmen unklare Regelungen das Wachstum.

Ein weiteres drängendes Problem betont der Bericht: Die deutsche Stromerzeugung bleibt mit durchschnittlich 344 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde kohlenstoffintensiver als in vielen Ländern, die bereits die Kohle verabschieden. Mit dem schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung fallen über 30 GW gesicherter Leistung weg – das wirft Fragen zur Netzsicherheit auf. Die Bundesregierung steht nun unter Druck, ihre Kraftwerksstrategie zügig umzusetzen, um die entstehende Lücke zu schließen.

Die Gasbilanz 2025 zeigt eine Branche am Scheideweg: Die Wasserstoffinfrastruktur nimmt Gestalt an, doch der Ausbau bleibt deutlich hinter den ursprünglichen Plänen zurück. Gleichzeitig steigt die Gasnachfrage wieder, während regulatorische Barrieren und hohe Kosten den Umstieg auf saubere Alternativen erschweren.

Ohne beschleunigte Fortschritte droht Deutschland, seine Klimaziele zu verfehlen – und gleichzeitig in den kommenden Jahren mit möglichen Versorgungsengpässen konfrontiert zu werden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones