TH Köln entwickelt dezentrale Cloud-Lösungen für mehr Datensouveränität im Mittelstand
Clara MeyerTH Köln entwickelt dezentrale Cloud-Lösungen für mehr Datensouveränität im Mittelstand
Neues Forschungsprojekt an der TH Köln: Dezentrale Cloud-Lösungen für mehr Datensouveränität im Mittelstand
Ein neues Forschungsvorhaben an der Technischen Hochschule Köln (TH Köln) widmet sich den Herausforderungen, mit denen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Nutzung von Cloud-Computing konfrontiert sind. Unter dem Namen DREAM (Dezentrale Ressourcen für Enterprise-Anwendungen im Mittelstand) entwickelt das Projekt dezentrale Lösungen, die die Datensicherheit erhöhen und die Abhängigkeit von großen Anbietern verringern sollen. Aktuell nutzen weniger als 40 Prozent der deutschen Unternehmen Cloud-Dienste – oft aus Sorge um die Datensouveränität und unzureichende Sicherheitsstandards.
An dem Vorhaben beteiligen sich neben der TH Köln die HK Business Solutions GmbH, die Justus-Liebig-Universität Gießen sowie die luckycloud GmbH. Ziel ist es, dezentrale Softwarearchitekturen zu erforschen, die Unternehmen mehr Kontrolle über ihre Daten ermöglichen. Durch die Reduzierung der Abhängigkeit von marktbeherrschenden Cloud-Anbietern sollen zentrale Probleme wie Cybersecurity-Risiken und Vendor Lock-in – die Bindung an einen einzigen Anbieter – gelöst werden.
Die TH Köln, an der über 21.000 Studierende und Forschende in verschiedenen Disziplinen tätig sind, leitet das Projekt unter der Federführung von Prof. Dr. Hoai Viet Nguyen und Prof. Dr. Matthias Böhmer. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Arbeit mit rund 1,28 Millionen Euro bis Oktober 2028.
Nach Abschluss des Projekts werden kostenfreie Ressourcen bereitgestellt, darunter Demoversionen, Leitfäden und Werkzeuge, die KMU den Einstieg in souveräne Cloud-Technologien erleichtern sollen. Zwar gibt es in Deutschland ähnliche Initiativen, doch bleiben Umfang und Beteiligte jenseits der DREAM-Kooperation bisher weitgehend unklar.
Die Ergebnisse des DREAM-Projekts könnten die Cloud-Nutzung für deutsche KMU sicherer und zugänglicher machen. Kostenlose Tools und dezentrale Lösungen dürften die Verbreitung von Cloud-Diensten fördern – und gleichzeitig die seit Langem bestehenden Bedenken hinsichtlich der Datenhoheit ausräumen. Die Förderung und Forschung laufen mindestens bis 2028.






