20 February 2026, 05:02

Gericht stoppt Fake-Profil: Jan Böhmermann gewinnt gegen Hasskampagne auf X

Ein Plakat mit fettem, schwarzem Text auf einem weißen Hintergrund, der "Es ist Zeit, Social-Media-Plattformen zur Rechenschaft zu ziehen" lautet, eingerahmt von einem dünnen schwarzen Rand.

Gericht stoppt Fake-Profil: Jan Böhmermann gewinnt gegen Hasskampagne auf X

Ein deutsches Gericht hat X angewiesen, ein Fake-Profil zu sperren, das den Satiriker Jan Böhmermann nachahmt. Das gefälschte Konto mit dem Namen 'Jan Böhmermann (Parodie) ZDF Neo Royale' nutzte sein Foto und veröffentlichte täglich Beiträge, um Hass gegen ihn zu schüren. Das Urteil markiert einen Schritt in Böhmermanns juristischem Kampf gegen die Plattform wegen Desinformation und gewinnorientierter Fake-Accounts.

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Das falsche Profil imitierte Böhmermanns Identität bis ins Detail – inklusive Profilbild und irreführendem Namen. Es postete mehrmals täglich, um Feindseligkeit gegen den Komiker zu provozieren und rechtsextreme Nutzer auf X zu mobilisieren. Das Landgericht Köln reagierte mit einer einstweiligen Verfügung und zwang die Plattform, das Konto zu löschen.

Böhmermanns Anwälte gehen noch einen Schritt weiter. Sie werfen X vor, Profit – auch durch Einnahmen aus Fake-Accounts – über die Sicherheit der Nutzer zu stellen. Nun planen sie, das Unternehmen auf finanzielle Transparenz zu verklagen. Ihr Ziel: herauszufinden, wie viel X in den vergangenen drei Jahren durch Desinformation und Fake-Profile unter Böhmermanns Namen eingenommen hat.

X kann die Gerichtsentscheidung noch anfechten. Doch es gibt keine verlässlichen Schätzungen, wie hoch die Werbeeinnahmen der Plattform durch Konten wie das gefälschte Böhmermann-Profil zwischen 2023 und 2025 sind. Der Fall zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen sozialen Medien, Falschinformationen und der Verantwortung für schädliche Inhalte auf.

Die einstweilige Verfügung zwingt X zwar, das Fake-Profil zu entfernen, doch der Rechtsstreit geht weiter. Böhmermanns Team will, dass das Unternehmen die Einnahmen offenlegt, die mit gefälschten Konten unter seinem Namen erzielt wurden. Das Ergebnis könnte einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie Plattformen künftig mit Desinformation und gewinnbringenden Täuschungsprofilen umgehen müssen.