Mainzer Ranzengarde feiert ausgelassen das Karnevalsfinale am Bahnhof
Lukas AlbrechtMainzer Ranzengarde feiert ausgelassen das Karnevalsfinale am Bahnhof
Mainz feiert ausgelassen das Ende der Karnevalssaison – die Mainzer Ranzengarde gibt sich zum Faschingsdienstag noch einmal die Ehre am Bahnhof
Mit schwungvollem Karnevalsgeist ging in Mainz die Session zu Ende, als die Mainzer Ranzengarde ihre letzte Sitzung am Faschingsdienstag am Bahnhof ausrichtete. Das historische Palais war bis auf den letzten Platz gefüllt, Hunderte feierfreudige Narren ehrten die langjährige Tradition der Stadt. Musik, scharfer Spott und mitreißende Darbietungen hielten die Stimmung bis tief in die Nacht auf Hochtouren.
Der Abend begann mit einer Hommage an Köln, die Karnevalsschwesterstadt von Mainz. Ein verspieltes "Triumvirat" der Jecken betrat die Bühne, gefolgt von einer musikalischen Brücke, die die enge Verbindung der beiden Regionen unterstrich. Diese Freundschaft hat in den letzten Jahren weiter an Tiefe gewonnen – etwa durch gemeinsame Auftritte wie den Gastauftritt der Kölner Karnevalsgarde beim Mainzer Rosenmontagszug 2023, bei dem choreografierte Einlagen beider Traditionen verschmolzen.
Die beliebte Karnevalstruppe der Eisbären präsentierte ihre vollständige Revue, begleitet von den Kasteler Musikanten. Für ihren Auftritt erhielt die Kapelle in diesem Jahr die Kampagnenmedaille – eine Auszeichnung für ihr Engagement. Die Familie Pschierer, sowohl der freche Junior als auch der erfahrere Senior, begeisterte das Publikum derweil mit ihrem typisch karnevalistischen Witz.
Auch die Politik kam nicht zu kurz: Als scharfzüngige Redner das Wort ergriffen, verstummte der Saal für einen Moment. Ihre pointierten Kommentare fesselten die Aufmerksamkeit, bevor die begeisterte Menge erneut die Oberhand gewann und keinen Act vorzeitig von der Bühne ließ. Der kulturelle Höhepunkt des Abends war die Hymne, die "Ignaz" Markus Schönberg den Mainzer Narren widmete – eine Liebeserklärung an lokale Spezialitäten wie Weck, Worscht un Woi.
Die Wurzeln der Ranzengarde reichen bis ins Jahr 1838 zurück, als sie von Johann Maria Kertell als Persiflage auf die preußischen "Langen Kerls" gegründet wurde. Ihr erster Narrenumzug am Sonntag vor Rosenmontag 1839 legte den Grundstein für den heutigen Mainzer Rosenmontagszug, der seither fester Bestandteil des Karnevals in der Stadt ist.
Mit der letzten Sitzung endete eine Saison, geprägt von Geschichte, Humor und städtischer Verbundenheit. Das 185 Jahre alte Erbe der Mainzer Ranzengarde prägt die Feiern bis heute – eine Mischung aus Tradition und neuen Kooperationen. Ein weiteres Jahr bleibt der Geist des Mainzer Karnevals so lebendig wie eh und je.






