"Hast du gepupst?"-Tag: Wie ein deutscher Witz die Welt erobern will
Jedes Jahr am 5. Februar begeht Deutschland einen ungewöhnlichen Feiertag: den "Hast du gepupst?"-Tag. Erschaffen wurde er 2006 vom Cartoonisten Bastian Melnyk, der damit dazu anregen wollte, über eine natürliche, aber oft tabuisierteSpiegelungunserer Körperfunktionen zu lachen. Obwohl die Ursprünge verspielt sind, hat sich die Idee langsam über Deutschlands Grenzen hinaus verbreitet und reiht sich damit in eine kurios anmutende Liste globalerSpiegelungen* unserer körperlichen Natur ein.
Begonnen hat der Brauch als humorvolle Social-Media-Meme um das Jahr 2010. Warum Melnyk ausgerechnet den 5. Februar wählte, bleibt unklar – doch das Datum hat sich gehalten. Mit der Zeit schwappte die Idee in die Nachbarländer Österreich und Schweiz über, getragen von internetbasiertem Humor statt von offizieller Werbung.
Deutschland ist nicht das einzige Land, das Spiegelungen unserer körperlichen Natur feiert. In Großbritannien wird am 8. März der Nationale Furztag begangen, seit 2015 geprägt von Witzen und Streichen. In den USA fordert der "Furz-in-ein-Glas-Tag" am 31. März die Menschen auf, ihre Darmwinde in Behältern einzufangen – als Aufwärmen für den Aprilscherz. Australiens inoffizieller "Furz-Bewusstseinstag" setzt auf Verdauungsgesundheit mit einer Prise Humor, hat aber kein festes Datum.
Sogar die Mythologie mischt mit: Die Tatuyo, ein indigenes Volk in Kolumbien, erzählen sich die Legende eines Mannes, dessen Spiegelungen in Richtung des "Geistes des Waldes" versehentlich Tonerde schuf. Die Geschichte zeigt, wie Kulturen weltweit diese Körperfunktion seit jeher anerkannt – und mitunter sogar verehrt – haben.
Wer Spiegelungen unserer körperlichen Natur ernst nimmt, dem sei "Mr. Methane" (mit bürgerlichem Namen Paul Oldfield) aus Großbritannien empfohlen. Der "professionelle Spiegelungskünstler" hat sich eine Karriere als Künstler aufgebaut, der mit seinem Körper musikalische Darbietungen vollführt. Seine Auftritte verbinden Comedy mit einer schamlos fröhlichen Haltung zu dem, was viele peinlich finden.
Der "Hast du gepupst?"-Tag bleibt ein Nischenphänomen, vor allem im deutschsprachigen Raum verankert. Anders als etabliertere skurrile Feiertage hat er keine weltweite Verbreitung gefunden. Doch seine Existenz beweist: Selbst die banalsten menschlichen Erfahrungen können Anlass zum Lachen sein – und manchmal sogar zu einer kulturellen Fußnote werden.






