22 February 2026, 19:09

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen

Ein Plakat, das ein Humorsalon in Paris ankündigt und Text zu den Angeboten des Salons enthält.

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen

Der Komiker Joe Lycett hat aus Protest gegen die aggressive juristische Vorgehensweise der Modemarke seinen Namen offiziell in Hugo Boss geändert. Das Luxuslabel, das dafür bekannt ist, kleine Unternehmen wegen der Verwendung des Wortes "BOSS" anzugreifen, sieht sich nun mit öffentlicher Kritik des bekannten TV-Stars konfrontiert.

Der Schritt folgt auf Jahre der Kontroversen um Hugo Boss, ein weltweit agierendes Unternehmen mit über 14.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 2,3 Milliarden Pfund.

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Hugo Boss wurde 1924 von einem Anhänger der NSDAP gegründet, der während des Zweiten Weltkriegs SS-Uniformen herstellte. Das Unternehmen gab später zu, zwischen 1940 und 1945 Zwangsarbeit eingesetzt zu haben. Nach einer Studie der Historikerin Sigrid Weigel entschuldigte sich die Marke 2011 für ihre Rolle im Krieg und richtete Bildungsprogramme ein, um sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen.

In jüngerer Zeit hat der Modekonzern jedoch kleine Firmen und gemeinnützige Organisationen mit juristischen Drohungen überzogen, weil diese das Wort "BOSS" nutzten. Die Brauerei Boss Brewing aus Swansea gab 10.000 Pfund aus, um sich gegen eine Unterlassungsaufforderung zu wehren. 2018 erhielt auch die Initiative DarkGirlBoss eine Abmahnung, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.

Lycetts Namensänderung ist eine direkte Reaktion auf diese Vorgehensweise. Der Komiker kündigte an, künftig in allen Veröffentlichungen den Namen "Hugo Boss" zu verwenden – eine spöttische Antwort auf die harte Gangart des Unternehmens.

Der Konflikt wirft ein Schlaglicht auf die Geschichte juristischer Auseinandersetzungen von Hugo Boss um seinen Markennamen, trotz der eigenen belasteten Vergangenheit. Lycetts Protest lenkt die Aufmerksamkeit auf die Methoden des Konzerns, der weiterhin mit Hunderten Filialen und Milliardenumsätzen weltweit operiert. Mit seinem Schritt sorgt der Komiker dafür, dass das Thema in der Öffentlichkeit präsent bleibt.