Regierungsflüge: 488 Lufthansa-Einsätze – doch fast 60 Prozent ohne Passagiere
Lukas AlbrechtRegierungsflüge: 488 Lufthansa-Einsätze – doch fast 60 Prozent ohne Passagiere
Neue Zahlen offenbaren die starke Abhängigkeit der deutschen Regierung von ihrer Lufthansa-Staffel für Dienstreisen. Zwischen Mai und Dezember 2025 wurden 488 Flüge für Minister, die Bundeskanzlerin oder den Bundespräsidenten durchgeführt. Der Linken-Politiker Dietmar Bartsch kritisierte die hohe Zahl der Reisen und forderte mehr Zurückhaltung beim Einsatz von steuerfinanzierten Regierungsflugzeugen.
Die auf Bartschs Anfrage hin veröffentlichten Daten zeigen, dass das Bundeskanzerlamt mit 106 Flügen an der Spitze lag, gefolgt vom Auswärtigen Amt mit 96 und dem Bundespräsidialamt mit 66 Flügen. Das Agrarministerium nutzte den Service lediglich zweimal – am seltensten von allen Ressorts.
Neben Passagierflügen verzeichnete die Lufthansa-Staffel zudem 700 sogenannte "Positionsflüge", die für Schulungen, Umpositionierungen von Maschinen oder die Ausbildung von Crews genutzt wurden. Bartsch hinterfragte dieses Ungleichgewicht und wies darauf hin, dass fast 60 Prozent der Gesamtflüge ohne Passagiere stattfanden. Zudem bezeichnete er den Standort der Staffel in Köln als "teuren strukturellen Fehler", da Berlin seit über drei Jahrzehnten Hauptstadt sei.
Bartsch rief die Verantwortlichen dazu auf, wo immer möglich günstigere Alternativen wie Google Flüge oder Bahnreisen in Betracht zu ziehen. Aus den Zahlen geht nicht hervor, wie viele der 488 Passagierflüge für offizielle Auslandstermine genutzt wurden.
Der Bericht unterstreicht den umfangreichen Einsatz der Regierungsflugflotte, wobei fast die Hälfte der Flüge nicht der Beförderung von Passagieren diente. Bartschs Kritik zielt auf mögliche Einsparungen ab, falls die Regierung ihren Rückgriff auf eigene Maschinen reduziert. Offene bleibt, ob die Reisebestimmungen künftig angepasst werden.






