Kölner Stadtmuseum bewahrt seltene Skibergsteiger-Ausstattung aus 150 Jahren Alpenverein-Geschichte
Jonas MayerKölner Stadtmuseum bewahrt seltene Skibergsteiger-Ausstattung aus 150 Jahren Alpenverein-Geschichte
Das Kölner Stadtmuseum hat eine seltene Sammlung historischer Skibergsteiger-Ausstattung erworben, um einen besonderen Meilenstein zu würdigen. Die Ausrüstung gehörte einst Reinhold Kruse, einem engagierten Mitglied des Kölner Alpenvereins, und spiegelt die lange Geschichte des Vereins in der Stadt wider. In diesem Jahr feiert der Kölner Alpenverein sein 150-jähriges Bestehen – ein Jubiläum, das seine tiefen Wurzeln im Kölner Sportkulturerbe unterstreicht.
Die Kölner Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) wurde 1876 gegründet und hat sich seitdem zur zweitgrößten Sportorganisation der Stadt entwickelt, mit über 26.000 Mitgliedern. Ihr Einfluss auf die lokale Sportkultur war maßgeblich, weshalb das Museum das Bergsteigen nun als zentralen Bestandteil der Kölner Geschichte anerkennt.
Die gespendete Ausrüstung umfasst Tourenski, Stöcke, Steigfelle und Steigeisen – Werkzeuge, die Kruse auf anspruchsvollen alpinen Expeditionen nutzte. Ein bemerkenswerter Aufstieg war die Winterbesteigung des Monte Troodelöh im Jahr 2009, des höchsten natürlichen Gipfels Kölns. Zwar wird die Ausrüstung vorerst im Museumsarchiv aufbewahrt, doch sie bietet einen Einblick in die Entwicklung der Skitouren-Technologie.
Ausrüstung aus dem frühen 20. Jahrhundert, wie sie Pioniere wie Reinhold Messner nutzten, war schwer und unhandlich: Skier aus Holz oder Metall, Lederstiefel und Drahtbindungen wogen pro Ski etwa 3–4 Kilogramm. Moderne Ausrüstung aus Carbonfasern und Leichtbauverbundstoffen bringt heute oft nur noch 1–2 Kilogramm pro Ski auf die Waage. Fortschritte wie Kunststoff-Tourenstiefel mit Gehmodus und Pin-Bindungen haben zudem die Sicherheit und Effizienz im Gebirge deutlich verbessert.
Der Erwerb der Sammlung unterstreicht den bleibenden Einfluss des Kölner Alpenvereins auf die Kölner Sportidentität. Zwar wird die Ausrüstung nicht sofort ausgestellt, doch sie bleibt als Teil des kulturellen Gedächtnisses der Stadt erhalten. Die Jubiläumsfeierlichkeiten heben weiterhin die Rolle des Vereins bei der Prägung der lokalen Outdoor-Traditionen hervor.






