Evangelischer Kirchenkreis Solingen plant radikale Gebäudereform bis 2027
Evangelischer Kirchenkreis Solingen plant radikale Gebäudereform bis 2027
Der Evangelische Kirchenkreis Solingen hat vorläufige Pläne für die Reduzierung seines Immobilienbestands aufgrund sinkender Mitgliederzahlen und schrumpfender Finanzen vorgestellt. Eine Arbeitsgruppe schlägt vor, die Gebäude in drei Kategorien einzuteilen: solche, die behalten werden sollen, solche, die einer weiteren Prüfung bedürfen, und solche, die für die kirchliche Nutzung nicht mehr tragfähig sind.
Die Änderungen erfolgen vor dem Hintergrund, dass der Kirchenkreis bis Mitte der 2030er Jahre mit einer Halbierung seines Haushalts rechnet und daher schwierige Entscheidungen über seine zukünftige Ausrichtung treffen muss.
Ein siebenköpfiges Team unter der Leitung von Hartmut Hoferichter wurde damit beauftragt, eine nachhaltige Strategie für die Gebäudenutzung des Kirchenkreises zu entwickeln. Ihre Vorschläge unterteilen die Immobilien in drei Gruppen. Zur ersten gehören Standorte, die langfristig erhalten bleiben sollen: die Ohliger Protestantische Stadtkirche, die Walder Kirche, die Dorper Kirche, die Gräfrather Evangelische Kirche sowie drei Gemeindezentren.
Eine zweite Gruppe bedarf einer weiteren Bewertung, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Dazu zählen die Christuskirche, das Gemeinschaftszentrum Rupelrath, die Evangelische Kirche Mangenberg und das Gemeindehaus Corinthstraße. Auch die Stadtkirche Mitte bleibt aufgrund ihrer zentralen Lage, guter Erreichbarkeit und vielfältiger gemeindlicher Nutzung in der Prüfung.
Fünf Gebäude wurden als nicht mehr tragfähig für die weitere kirchliche Nutzung eingestuft: die Evangelische Kirche Merscheid, die Evangelische Kirche Widdert, die Evangelische Kirche Ketzberg, das Gemeinschaftszentrum Zwinglistraße und die Lutherkirche. Der Kirchenkreis strebt an, diese Pläne bis Ende 2027 zu finalisieren, nachdem am 14. März 2026 eine außerordentliche Synode stattfinden wird.
Die Kirche hat sich zudem verpflichtet, alle verbleibenden Gebäude bis 2035 klimaneutral zu gestalten. Dieses Ziel erfordert erhebliche Investitionen in Sanierungen, was die finanzielle Belastung des Kirchenkreises weiter erhöht. Die Evangelische Kirche Auf dem Damm und ihr angeschlossenes Gemeindezentrum bleiben ab Januar 2026 ohne Barrieren für die Öffentlichkeit voll zugänglich.
Die Vorschläge werden nun auf der Synode 2026 zur Abstimmung gestellt, wobei mit endgültigen Entscheidungen bis Ende 2027 gerechnet wird. Bei Annahme wird der Kirchenkreis seinen Immobilienbestand deutlich reduzieren und seine Ressourcen auf weniger, aber nachhaltigere Standorte konzentrieren. Die Umstrukturierung soll die Zukunft der Kirche sichern und gleichzeitig den finanziellen und ökologischen Herausforderungen gerecht werden.
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