04 March 2026, 14:14

Europas Energiemarkt 2026: Gaspreise explodieren – doch Überversorgung droht bis Sommer

Ein Balkendiagramm, das die Abhängigkeit Europas von russischem Erdgas zeigt, mit Prozentangaben für den Anteil der Menschen, die in das Land investiert haben.

Europas Energiemarkt 2026: Gaspreise explodieren – doch Überversorgung droht bis Sommer

Europas Energiesektor steht 2026 vor tiefgreifenden Veränderungen: Die Gaspreise steigen stark an, und neue Marktmechanismen zeichnen sich ab. Deutschland führt einen Kapazitätsmarkt ein, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, während Fachleute auf der E-world in Essen über diese Entwicklungen diskutieren. Die Veranstaltung, die vom 10. bis 12. Februar 2023 stattfindet, bringt mehr als 900 Akteure aus der Energie- und Wasserwirtschaft zusammen.

Die jüngste Volatilität auf dem Gasmarkt hat zu einem Preissprung um 37,45 % innerhalb von nur vier Wochen geführt – der TTF-Preis kletterte auf 45,61 Euro/MWh, den höchsten Stand seit März 2025. Gleichzeitig deuten langfristige Prognosen auf ein überversorgtes Gasangebot bis zum Sommer 2026 hin, mit durchschnittlichen Preisen von 28 Euro/MWh.

Die Erdgaspreise zeigen zu Beginn des Jahres 2026 extreme Schwankungen. Nach einem Rückgang um 1,39 % im vergangenen Jahr stiegen die TTF-Preise Ende Februar und Anfang März um 37,45 % an. Auslöser war die Unterbrechung von Flüssiggas-Lieferungen (LNG) durch die Straße von Hormus, die mit der Eskalation der Spannungen im Nahen Osten zusammenhing. Anfang März erreichte der Preis 45,61 Euro/MWh – den höchsten Wert seit März 2025.

Für die kommenden Monate sagen Analysten einen Übergang zu einem überversorgten Gasmarkt bis Sommer 2026 voraus. Die durchschnittlichen TTF-Preise dürften dann auf 28 Euro/MWh fallen. Gleichzeitig werden die EU-Emissionszertifikate (EUA) voraussichtlich 85 Euro pro Tonne im Jahr 2026 kosten, getrieben durch strengere Klimavorgaben und weniger kostenlose Zuteilungen.

Deutschland bereitet für 2027 die Einführung eines Kapazitätsmarktes vor, um das Problem der "fehlenden Einnahmen" zu lösen und die Energieversorgungssicherheit zu stärken. Das neue System soll Versorgern und Betreibern konventioneller Kraftwerke stabilere Erlöse bieten. Auch Erneuerbare-Energien-Projektierer können ihre Wirtschaftlichkeit verbessern, indem sie ihre Anlagen mit steuerbaren Assets wie Batteriespeichern oder Pumpspeicherkraftwerken kombinieren. Solche Hybridlösungen ermöglichen zusätzliche Einnahmen durch Stromhandel, Systemdienstleistungen und Kapazitätszahlungen.

Auf der E-world, Europas größter Energiefachmesse, werden Experten diese Trends vertieft analysieren. Die Analysten Joel Hancock und Jean-Louis Malon präsentieren dort Berichte zum Gasmarkt und Deutschlands Kapazitätsmarkt. Die Veranstaltung bietet Fachvorträge zur Entwicklung der Energielandschaft und zieht über 900 Branchenvertreter an.

Die Energiewende schafft neue Chancen und Herausforderungen. Deutschlands Kapazitätsmarkt wird Planungssicherheit für Stromerzeuger erhöhen, während Erneuerbare-Projektierer durch gemeinsame Standortnutzung die Rentabilität ihrer Vorhaben steigern können. Angesichts schwankender Gaspreise und steigender CO₂-Kosten bleibt die Branche auf Stabilität und langfristige Strategien fokussiert. Die Diskussionen auf der E-world werden mit dazu beitragen, Wege für den wandelnden Markt aufzuzeigen.

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