03 March 2026, 16:44

Antisemitismus an Schulen: Wie Pädagog:innen subtile Hassformen erkennen lernen

Eine Whiteboard mit "Stoppt Rassismus" in großen schwarzen Buchstaben, gehalten von einem Holzstab.

Lehrer sollten entschiedener gegen Antisemitismus in Schulen vorgehen - Antisemitismus an Schulen: Wie Pädagog:innen subtile Hassformen erkennen lernen

Antisemitische Vorfälle an deutschen Schulen nehmen dramatisch zu – besonders seit dem Hamas-Angriff auf Israel im Oktober 2023. Viele Lehrkräfte tun sich schwer damit, solche Vorfälle zu erkennen oder angemessen darauf zu reagieren, sodass zahlreiche Fälle unbeanstandet bleiben oder falsch gehandhabt werden. Um dem Problem zu begegnen, wurde nun die digitale Plattform Amudim ins Leben gerufen, die Pädagog:innen dabei unterstützen soll, Antisemitismus besser zu identifizieren und richtig damit umzugehen.

Das Ausmaß des Problems ist in den letzten Jahren deutlicher geworden. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden 2024 940 antisemitische Vorfälle registriert – ein Anstieg um 42 Prozent im Vergleich zu 2023. Auch Berlin und Hamburg verzeichneten besorgniserregende Zahlen mit 589 bzw. 132 Straftaten im Jahr 2023. Viele Fälle äußern sich in subtilen Formen der Judenfeindschaft, etwa durch "Witze", verschlüsselte Sprache oder Klischees, die von Lehrkräften oft als harmlos abgetan werden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Hier setzt die Plattform Amudim an. Sie hilft Pädagog:innen, Symbole und Formulierungen zu erkennen, die mit völkisch-rassistischem Antisemitismus in Verbindung stehen und in Schulen häufig übersehen werden. Das Tool bietet zudem historischen Kontext, Erklärungen zu modernen Formen des Judenhasses sowie praxisnahe Unterrichtsmaterialien für den Schulalltag.

Nordrhein-Westfalen hat zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um der Welle entgegenzuwirken. Schulen erhalten Zugang zu Online-Seminaren und klaren Handlungsanweisungen für den Umgang mit Vorfällen. Rechtliche Vorgaben verpflichten das Personal, die Schwere der Fälle einzuschätzen und bei Bedarf die Strafverfolgungsbehörden einzuschalten, um eine strukturiertere Reaktion zu gewährleisten.

Der Anstieg antisemitischer Vorfälle hat die Behörden zum Handeln gezwungen. Mit Amudim und neuen Fortbildungsprogrammen sind Lehrkräfte nun besser gerüstet, um Hass im Klassenzimmer zu erkennen und zu bekämpfen. Zwar müssen Schulen rechtliche Abläufe einhalten, im Mittelpunkt steht jedoch die frühzeitige Erkennung und Aufklärung, um eine weitere Zuspitzung zu verhindern.