26 February 2026, 09:36

Kölns Sicherheitsdebatte: Warum mehr Kameras und Polizei nicht immer helfen

Eine Gruppe von Menschen, die auf dem Boden stehen und ein Banner halten, auf dem 'Rechte für alle Menschen Stoppt Polizeigewalt' steht, mit einer Straßenlaterne, einem Schild, Bäumen, Gebäuden mit Fenstern und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Kölns Sicherheitsdebatte: Warum mehr Kameras und Polizei nicht immer helfen

Kampagne in Köln stellt städtischen Sicherheitsansatz infrage

Eine Initiative in Köln hinterfragt den Umgang der Stadt mit öffentlicher Sicherheit und argumentiert, dass mehr Polizeipräsenz und Überwachung die Bevölkerung nicht wirksam schützen. Die Kampagne "Sicherheit für Alle" warnt vor Stigmatisierung und Kriminalisierung von Migrant:innen-Vierteln und Arbeiter:innen-Wohngegenden.

Im Fokus der Bewegung stehen Stadtteile wie Kalk, die von Behörden oft als "Kriminalitätsschwerpunkte" eingestuft werden. Aktivist:innen kritisieren, dass der "Masterplan Kommunale Sicherheit 2024" der Stadt gezielt Migrant:innen und Obdachlose als Sicherheitsrisiken darstelle. Parallel dazu häufen sich Razzien in Betrieben, die von Menschen mit Migrationshintergrund geführt werden.

In Köln gibt es derzeit rund 220 fest installierte Überwachungskameras – mit der Befürchtung, dass bald auch KI-gestützte Gesichtserkennung zum Einsatz kommen könnte. Engagierte wie Elia Lorber betonen, dass solche Maßnahmen die Sicherheit nicht erhöhen. Stattdessen verweisen sie auf den rassistischen Anschlag von Hanau 2020, der zeige, wie Polizeistrategien gefährdete Gruppen im Stich lassen können.

Bei einer jüngsten Gedenkveranstaltung in Hanau zog Kampagnenmitglied Cuso Ehrich beunruhigende Parallelen zwischen beiden Städten. Die Gruppe wirft der Politik vor, sich zu sehr auf Kontrolle in migrantisch geprägten und sozial benachteiligten Vierteln zu konzentrieren, statt die eigentlichen Ursachen von Unsicherheit zu bekämpfen. Ihr Alternativkonzept setzt auf soziale Sicherheit – entwickelt in Zusammenarbeit mit Anwohner:innen.

Seit der Einführung des Masterplans liegen keine aktualisierten Zahlen zu den Kameras vor, 2023 waren es noch 106. Die Kampagne fordert weiterhin einen Kurswechsel: weg von Überwachung und Schikane, hin zu präventiven Lösungen.

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"Sicherheit für Alle" stellt infrage, ob Kameras und Streifen wirklich für sicherere Nachbarschaften sorgen. Durch die Zusammenarbeit mit Bewohner:innen will die Initiative Sicherheit neu definieren – nicht durch Überwachung, sondern durch sozialen Zusammenhalt. Ihre Forderungen kommen zu einer Zeit, in der Köln seine Überwachungsinfrastruktur im Rahmen des neuen Masterplans ausbaut.