18 February 2026, 17:16

Evangelische Kirche Westfalen durchforstet Akten nach sexualisierter Gewalt

Eine Gruppe von Priestern geht einen roten Teppich in einer Kirche entlang, mit Menschen auf dem Boden und auf der rechten Seite, und Fotorahmen an der Wand im Hintergrund.

Kirche setzt pensionierte Polizisten ein, um Personalakten zu durchsuchen - Evangelische Kirche Westfalen durchforstet Akten nach sexualisierter Gewalt

Die Evangelische Kirche von Westfalen hat eine Untersuchung der eigenen Personalakten eingeleitet, um mögliche Fälle sexualisierter Gewalt aufzudecken. Ehemalige Polizisten mit jahrzehntelanger Erfahrung werden die Unterlagen prüfen – beginnend mit den Akten aktueller Mitarbeiter, um sicherzustellen, dass keine Fälle wegen Verjährungsfristen unberücksichtigt bleiben.

Die Überprüfung startete am 1. Februar 2023 unter Leitung eines ehemaligen Beamten. Ab dem 1. März wird ein zweiter Ermittler das Team verstärken und zusätzliches Fachwissen einbringen. Beide verfügen über langjährige Erfahrung in der Strafverfolgung, was die Kirche als wichtige Voraussetzung für eine gründliche Auswertung der Akten betrachtet.

Sämtliche Personalunterlagen der regionalen Kirchenverwaltung werden auf Fehlverhalten hin durchforstet. Sollten sich konkrete Hinweise ergeben, werden die Akten an die Stelle zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt (UVSS) weitergeleitet, die über weitere Schritte entscheidet. Je nach Schwere der Vorwürfe reichen die möglichen Konsequenzen von arbeitsrechtlichen Maßnahmen bis hin zur Entlassung.

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Die Initiative folgt Empfehlungen der ForuM-Studie, die sexualisierte Gewalt innerhalb der Kirche untersucht hatte. Mittlerweile haben mindestens drei regionale Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland – darunter Westfalen, die Rheinische Kirche und der Kirchenkreis Essen – ähnliche Maßnahmen ergriffen. Charlotte Nieße, die Beauftragte der Kirche für Fragen der sexuellen Selbstbestimmung, wird künftige Landessynoden über den Stand der Überprüfung informieren. Wie lange das Verfahren insgesamt dauern wird, ist noch unklar.

Ziel der kirchlichen Untersuchung ist es, frühere Verstöße aufzudecken und aufzuarbeiten, bevor rechtliche Fristen ablaufen. Je nach Art der Vorfälle können die Ergebnisse disziplinarische Konsequenzen nach sich ziehen. Die Prüfung steht im Kontext der breiten Bemühungen der Evangelischen Kirche, historische Versäumnisse im Schutz vor Gewalt aufzuarbeiten.