Aus Amerikaner wird Grönländer: Eine Bäckerei macht mit Namen Politik
Clara MeyerLüneburger Bäckerei-Idee: "Grönländer" statt "Amerikaner" - Aus Amerikaner wird Grönländer: Eine Bäckerei macht mit Namen Politik
Eine Bäckerei in Lüneburg sorgt bundesweit für Aufsehen, indem sie ihre runden, zuckerglasierten Teilchen umtauft. Statt Amerikaner heißen sie nun Grönländer – eine verspielte Hommage an Grönland und eine dezente politische Botschaft. Die Umbenennung stößt bei Kunden auf Neugier und Zustimmung.
Die Idee stammt von der De Heidbäcker GmbH, einer ortsansässigen Bäckerei unter der Leitung von Jannik Harms. Er beschreibt den Schritt als lockere Geste und betont, man solle es nicht zu ernst nehmen. Die Süßspeisen sind noch einige Wochen erhältlich, bevor sie im Herbst unter ihrem neuen Namen zurückkehren.
Der Ursprung des Namens Amerikaner ist seit Langem umstritten. Manche Theorien führen ihn auf ein im 19. Jahrhundert verwendetes Triebmittel zurück, andere sehen eine Ähnlichkeit mit den Helmen von Soldaten. Trotz der unklaren Herkunft nutzte die Bäckerei die Gelegenheit für einen PR-Coup – und die Kunden reagieren begeistert.
Seit der Umbenennung steigen die Verkaufszahlen, viele Einheimische begrüßen den Wandel. Einige deuten ihn als Solidaritätsbekundung mit Dänemark und Europa. Selbst eine Frau aus Prag meldete sich, um ihre Zustimmung auszudrücken. Wer an der Theke noch nach einem Amerikaner fragt, bekommt ihn zwar – auf dem Bon steht jedoch Grönländer.
Die vorübergehende Änderung hat der Bäckerei und ihren Produkten zusätzliche Aufmerksamkeit beschert. Mit gestiegenen Absätzen und großem Interesse scheint der neue Name einen Nerv getroffen zu haben. Im Herbst kehren die Teilchen offiziell als Grönländer zurück – und vermutlich mit einigen neuen Kunden, die sie probieren möchten.






