Schalke 04: Machtkampf um Kritikfreiheit eskaliert vor Gericht
Der Rechtsstreit zwischen Ender Ulupinar, Mitglied des Aufsichtsrats des FC Schalke 04, und dem Ehrenrat des Vereins hat eine neue Wendung genommen. Im Mittelpunkt des Konflikts steht ein Facebook-Beitrag, in dem Ulupinar den Aufsichtsratsvorsitzenden Axel Hefer scharf kritisierte. Der Fall, über den das Landgericht Essen bereits zweimal entschieden hat, geht nun nach einer zweiten Berufung vor das Oberlandesgericht Hamm.
Der Streit begann, als Ulupinar einen Beitrag veröffentlichte, in dem er eine "kompromisslose, schonungslose und ehrliche Abrechnung" innerhalb des Vereins forderte. Er verlangte von Hefer persönliche Rechenschaft – eine Aussage, die der Ehrenrat als rufschädigend für Schalke 04 und als Verstoß gegen die Vereinsstatuten wertete. Zudem warf der Rat Ulupinar vor, interne Diskussionen des Aufsichtsrats öffentlich gemacht zu haben, was gegen die Vertraulichkeitsregeln verstoße.
Das Landgericht Essen gab Ulupinar in zwei getrennten Urteilen recht und erklärte die formelle Rüge des Ehrenrats für verfahrensrechtlich unzulässig. Trotz dieser Entscheidungen ließ der Ehrenrat nicht locker und legte erneut Berufung ein, um "rechtliche Klarheit" darüber zu erlangen, wie die Vereinsstatuten künftig auszulegen seien. Ulupinar, juristisch unterstützt, wehrt sich weiterhin gegen die Vorwürfe und das Vorgehen des Ehrenrats.
Da der Fall nun vor dem Oberlandesgericht Hamm verhandelt wird, bleibt der Konflikt ungelöst. Der Ehrenrat beharrt darauf, dass Ulupinars Äußerungen die Grundwerte des Vereins untergraben hätten, während dieser seine Kritik für berechtigt und rechtmäßig hält.
Das Oberlandesgericht Hamm wird nun die Berufung prüfen und damit einen Streit verlängern, den Ulupinar bereits zweimal vor Gericht für sich entschieden hat. Das Ergebnis könnte präzedenzwirksam sein und beeinflussen, wie Schalke 04 künftig mit internen Konflikten umgeht und seine Statuten durchsetzt. Vorerst bleiben der Ehrenrat des Vereins und Ulupinar uneins über die Grenzen öffentlicher Kritik innerhalb der Organisation.






