"Wir sind keine Punchingbags!": Zugbegleiterin kämpft gegen tägliche Drohungen und Gewalt
Jonas Mayer"Wir sind keine Punchingbags!": Zugbegleiterin kämpft gegen tägliche Drohungen und Gewalt
Mandy Brune, Zugbegleiterin aus Saerbeck, spricht über die zunehmenden Bedrohungen und Angriffe in ihrem Berufsalltag
Die Zugbegleiterin Mandy Brune aus Saerbeck hat sich zu den wachsenden Bedrohungen und Beleidigungen geäußert, denen sie bei ihrer Arbeit ausgesetzt ist. Obwohl sie ihren Job liebt, fordert sie nach Jahren beängstigender Vorfälle nun bessere Sicherheitsvorkehrungen. Ihr Appell ist Teil einer breiter angelegten Kampagne, die auf die täglichen Gefahren aufmerksam machen soll, denen Zugbegleiter und andere Beschäftigte im öffentlichen und privaten Sektor ausgesetzt sind.
Brune hat verbale Attacken, gewalttätige Drohungen und eine beunruhigende Gleichgültigkeit von Umstehenden erlebt. Sie schildert, wie Fahrgäste oft tatenlos zusehen und sie aggressive Situationen allein bewältigen lassen muss. Doch es gibt auch kleine Fortschritte: Mittlerweile melden sich vereinzelt Reisende zu Wort, wenn sie Zeugen von Bedrohungen werden.
Die Kampagne "Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch!" will das Bewusstsein für die Herausforderungen schärfen, mit denen Zugbegleiter und andere Berufsgruppen konfrontiert sind. Brune engagiert sich aktiv, indem sie ihre Erfahrungen teilt, um Veränderungen voranzutreiben.
Neithard von Böhlen, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Nordrhein-Westfalen, unterstützt die Forderungen nach strengeren Schutzmaßnahmen. Dazu gehören unter anderem Doppelbesetzungen bei Schichten, Körperkameras für Mitarbeiter sowie eine spezielle Staatsanwaltschaft für Straftaten gegen Zugpersonal. Laut Deutschen Bahn gab es 2025 über 3.000 Angriffe – das entspricht etwa acht Vorfällen pro Tag. Offizielle Statistiken für 2023 liegen jedoch noch nicht vor.
Brunes Einsatz steht für einen wachsenden Druck auf sicherere Arbeitsbedingungen in Zügen. Die Kampagne ruft weiterhin dazu auf, die Risiken anzuerkennen, denen Zugbegleiter ausgesetzt sind. Gleichzeitig fordern Gewerkschaften und Verantwortliche konkrete Maßnahmen, um Gewalt zu reduzieren und die Unterstützung für das Personal zu verbessern.






