Möbelbranche in Deutschland kämpft um Überleben nach Rekordkrise seit 2009
Henry KochKein guter Polster - anhaltender Einbruch in der Möbelindustrie - Möbelbranche in Deutschland kämpft um Überleben nach Rekordkrise seit 2009
Deutschlands Möbelindustrie steckt in der schwersten Krise seit über einem Jahrzehnt. Zum dritten Mal in Folge sind die Umsätze eingebrochen – 2025 erreichten sie mit knapp unter 15,8 Milliarden Euro den niedrigsten Stand seit 16 Jahren. Bekannte Marken sind kollabiert, und viele Unternehmen bereiten sich nun auf weitere Kürzungen zu Beginn des Jahres 2026 vor.
Die Krise begann 2023 und hat sich seitdem verschärft. Bis Ende 2025 hatten mindestens 45 deutsche Möbelhersteller und -händler – darunter große Namen wie Höffner, KARE Design und Matratzen Concord – Insolvenz angemeldet. Ladenschließungen und finanzielle Not prägen inzwischen weite Teile der Branche.
Die Pandemie war ein entscheidender Auslöser. Während der Lockdowns boomte der Möbelkauf, doch die Nachfrage flachte schnell ab, da Haushalte keine Ersatzkäufe mehr tätigten. Seither geben Verbraucher ihr Geld lieber für Erlebnisse wie Reisen aus als für teure Anschaffungen.
Der Wettbewerb hat sich verschärft. Günstige Importe aus Asien überschwemmen den Markt und drücken die Preise heimischer Hersteller. Gleichzeitig bremst der stagnierende Wohnungsbau eine wichtige Triebkraft des Möbelabsatzes: Menschen, die in neue Häuser oder Wohnungen ziehen.
Nicht alle Segmente sind gleichermaßen betroffen: Küchenmöbel halten sich besser, während Polstermöbel und Wohnzimmer-Einrichtungen stärkere Einbußen verzeichnen. Da Deutschland zwei Drittel des Branchenumsatzes ausmacht, wirkt sich die schwache Binnenkonjunktur besonders hart aus. Hoffnungen auf Hilfen der neuen Bundesregierung haben sich bisher nicht erfüllt.
Nun plant jedes dritte Unternehmen für Anfang 2026 Kurzarbeit, um angesichts schwacher Nachfrage und schrumpfender Gewinne die Kosten zu senken.
Der Umsatz der Branche sank 2025 um 3,4 Prozent – der niedrigste Wert seit 2009. Da keine Besserung in Sicht ist, drohen weitere Stellenstreichungen und Betriebsschließungen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die Branche stabilisieren kann oder vor noch größeren Herausforderungen steht.






