Dresdens verbotene Kunst: Wie Künstler gegen die DDR-Doktrin rebellierten

Jonas Mayer
Jonas Mayer
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Ein Plakat für die Große Ausstellung der Schönen Künste auf der Grand Exposition des Beaux-Arts in Dresden, Deutschland im Jahr 1904, das eine markante Schrift zur Ankündigung des Ereignisses zeigt.Jonas Mayer

Dresdens verbotene Kunst: Wie Künstler gegen die DDR-Doktrin rebellierten

Dresden, das einst das Zentrum des Sozialistischen Realismus in der DDR war, beherbergte die renommierte Hochschule für Bildende Künste. Doch Ende der 1970er Jahre begann eine Gruppe von Künstlern, sich vom staatlich verordneten Stil zu lösen. Ihr Widerstand führte zu Ausstellungsverboten, Überwachung durch die Stasi und schließlich zur Ausreise – mit einer Ausnahme: Einer von ihnen blieb.

Die Künstler ließen sich zunächst von der expressionistischen Tradition der Brücke inspirieren, einer Bewegung, die von der offiziellen Kunstdoktrin der DDR abgelehnt wurde. Viele von ihnen hatten an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste studiert, einer Institution, die strikt den Sozialistischen Realismus förderte. Zu ihnen zählte auch Gerhard Richter, der Ende der 1950er Jahre nach Düsseldorf ging und später weltweiten Ruhm erlangte.

Ihre Konflikte mit den Behörden betrafen nicht nur den künstlerischen Stil, sondern auch ihre Lebensentwürfe und unabhängigen Ausstellungsprojekte. Der Staat schloss sie von Aufträgen des Verbandes Bildender Künstler aus, verbot ihre Werke in Ausstellungen und setzte sie unter Stasi-Überwachung. Dennoch gaben einige nicht auf. Eberhard Göschel, ein gebürtiger Bayer, blieb in der DDR und gründete in Dresden den Obergrabenpresse-Verlag. Hans Scheib hingegen eröffnete in Berlin private Galerien – zunächst 1977 in der Raumerstraße, dann 1980 in der Sredzkistraße.

1982 organisierten Göschel und Helge Leiberg thematische Gruppenausstellungen im Dresdner Leonhardi-Museum. Die Schauen waren so brisant, dass das Museum vorübergehend geschlossen wurde. Die meisten ihrer Kollegen verließen jedoch noch vor dem Mauerfall die DDR in Richtung Bundesrepublik. Dresden, einst eine Hochburg der staatlich gelenkten Kunst, war zum Schauplatz künstlerischen Widerstands geworden.

Der Aufstand der Künstler prägte die DDR-Untergrundkunst nachhaltig – doch um einen hohen Preis. Viele flohen in den Westen, wo sie ihre Karrieren neu aufbauten. Nur wenige wie Göschel blieben und hinterließen ein Erbe des stillen Widerstands in einem System, das absolute Konformität verlangte.

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