Was die "3" auf Milch wirklich über Tierwohl und Weidegang verrät
Viele Verbraucher gehen davon aus, dass Milch mit der Kennziffer "3" von Kühen stammt, die ganzjährig auf der Weide grasen. Doch das ist nicht immer der Fall. Nur wenn auf der Verpackung der Begriff Weidemilch steht, ist gewährleistet, dass die Kühe nicht das ganze Jahr über im Stall gehalten werden. Die Vorschriften zu Weidegang und Tierwohl unterscheiden sich jedoch stark – für Käufer bleibt oft unklar, was sie tatsächlich erwerben.
Milch mit der "3" suggeriert zwar bessere Haltungsbedingungen, garantiert aber keinen regelmäßigen Weidegang. Nur Produkte mit dem Siegel Weidemilch sichern zu, dass die Kühe mindestens 120 Tage im Jahr im Freien verbringen. Selbst dann ist an den übrigen Tagen eine Stallhaltung möglich, und die Bedingungen können von Betrieb zu Betrieb variieren.
Der Begriff Weidemilch selbst ist nicht gesetzlich geschützt, sodass die Standards unterschiedlich ausfallen. Einige Label wie Pro Weideland oder "Für mehr Tierschutz" (Premiumstufe) gehen weiter: Sie verbieten die Anbindung der Tiere und setzen strengere Tierwohl-Regeln durch. Gleiches gilt für Bio-Siegel sowie die Haltungsform-Kennzeichen "4" und "5", die ebenfalls auf Anbindung verzichten.
Fachleute sind sich einig, dass Weidegang der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Kühe zugutekommt. Doch ohne klare Kennzeichnung wissen Käufer oft nicht, wie die Tiere den Großteil des Jahres gehalten oder gefüttert werden. Besonders die Anbindung gilt als schädlich für das Wohl der Kühe.
Die fehlenden einheitlichen Definitionen lassen Verbraucher im Dunkeln über die tatsächlichen Praktiken in der Milchviehhaltung. Zwar garantiert Weidemilch einen gewissen Weidegang, andere Siegel bieten jedoch stärkeren Schutz. Wer Wert auf Tierwohl legt, sollte daher auf zusätzliche Zertifizierungen oder höhere Haltungsform-Stufen achten – sie geben mehr Sicherheit.






