Solingen führt 2024 ersten qualifizierten Mietspiegel ein – was das für Mieter bedeutet
Henry KochSolingen führt 2024 ersten qualifizierten Mietspiegel ein – was das für Mieter bedeutet
Solingen führt 2024 seinen ersten qualifizierten Mietspiegel ein. Damit entsteht eine rechtlich verbindliche Grundlage für Neuvermietungen und Mieterhöhungen in der Stadt. Der Schritt folgt einer gesetzlichen Verpflichtung für Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern, einen solchen Mietspiegel auf Basis der novellierten Gesetzgebung zu erstellen.
Anfang Februar 2023 beauftragte der Solinger Stadtrat die Verwaltung mit der Erarbeitung des qualifizierten Mietspiegels. Dazu wurde ein Fragebogen entwickelt, um die notwendigen Daten zu erheben. Bis zum 19. Mai 2023 müssen 1.200 zufällig ausgewählte Eigentümer:innen die Angaben machen – entweder online oder per Papierformular.
Die angeschriebenen Vermieter:innen verwalten gemeinsam rund 5.000 Wohnungen in der Stadt. Thomas Groos vom Statistikamt räumte ein, dass die Umfrage für die Beteiligten einen zusätzlichen Arbeitsaufwand bedeutet, betonte jedoch, dass es sich um eine gesetzliche Pflicht handelt. Für die Eigentümer:innen ist dies bereits die dritte verpflichtende Datenerhebung in kurzer Zeit – nach dem Zensus 2022 und der Erfassung der Grundsteuerdaten.
Juliane Hilbricht, Leiterin des Amts für Wohnungswesen, erklärte, dass der Mietspiegel anerkannte wissenschaftliche und methodische Standards erfüllen müsse. Der qualifizierte Mietspiegel erfordert eine repräsentative Stichprobe sowie eine Auskunftspflicht, wie sie der Gesetzgeber 2021 eingeführt hat.
Der qualifizierte Mietspiegel tritt 2024 in Kraft und wird eine klare, rechtlich verbindliche Orientierungshilfe für Mieten in Solingen bieten. Eigentümer:innen haben bis zum 19. Mai 2023 Zeit, ihre Daten für die Erhebung einzureichen.
