Rechtsextreme sagen Heiligabend-Demo in Münster nach monatelangem Widerstand ab
Lukas AlbrechtRechtsextreme sagen Heiligabend-Demo in Münster nach monatelangem Widerstand ab
Rechtsextremisten haben ihre geplante Demonstration am Heiligabend in Münster abgesagt. Der Rückzug folgt auf monatelange Proteste und juristische Auseinandersetzungen um das Grab eines Neonazis in Dortmund. Lokale Aktivist:innen begrüßen die Entscheidung als Erfolg ihrer Kampagne.
Das Oberverwaltungsgericht Münster entwickelte sich in diesem Jahr zu einem Brennpunkt rechtsextremer Aktivitäten. Gruppen aus Dortmund und der Umgebung versammelten sich dort 2023 wiederholt. Ihre letzte Kundgebung am 13. September endete mit dem Bekenntnis, am 24. Dezember zurückzukehren.
Im Mittelpunkt des Streits steht das Grab von Siegfried "SS-Siggi" Borchardt, einem verstorbenen Neonazi. Rechtsextremisten hatten sich für ein gekennzeichnetes Grab in Dortmund eingesetzt, doch die Stadtverwaltung lehnte dies ab. Sie befürchtete, der Ort könnte zu einer Pilgerstätte für Rechtsextreme werden.
Während ihrer September-Demonstration kündigten die Teilnehmenden an, am Heiligabend erneut in Münster aufmarschieren zu wollen. Doch die Polizei bestätigte diese Woche, dass die Veranstalter:innen ihre Anmeldung für die Kundgebung zurückgezogen hätten. Der Schritt erfolgt nach anhaltendem Widerstand des Bündnisses Keinen Meter den Nazis, einem Zusammenschluss lokaler Aktivist:innen.
Carsten Peters, Sprecher des Bündnisses, zeigte sich erfreut über das Ergebnis. Die Proteste hätten Wirkung gezeigt und rechtsextreme Gruppen vorerst davon abgehalten, in die Stadt zurückzukehren, so Peters. Trotz der Absage bleibt die Gegenkundgebung des Bündnisses für den 24. Dezember angemeldet.
Das Oberverwaltungsgericht Münster befasst sich mit dem Rechtsstreit um Borchardts Grab. Diese Verbindung zog rechtsextreme Demonstrant:innen das ganze Jahr über in die Stadt. Ihr wiederholtes Auftreten löste starken Widerstand von antifaschistischen Gruppen und Anwohner:innen aus.
Die Absage der rechtsextremen Demonstration markiert eine Wende im andauernden Konflikt. Die Stadt Dortmund blockiert weiterhin ein namentlich gekennzeichnetes Grab für Borchardt, während Aktivist:innen wachsam bleiben. Das Bündnis Keinen Meter den Nazis hält an seiner eigenen Kundgebung fest und sichert so eine weiterhin sichtbare Gegenwehr gegen rechtsextreme Umtriebe.






