17 March 2026, 16:35

NRW führt Fair-Wohnen-Gesetz gegen Slum-Unterkünfte und Wohnungsmissbrauch ein

Schwarzes und weißes Schild an einem Gebäude mit der Aufschrift "Bitte keine Verschmutzung von Verursachern wird verfolgt Keine Ablagerung."

Wie NRW den Missbrauch von Wohnungen mit Schrottimmobilien stoppt - NRW führt Fair-Wohnen-Gesetz gegen Slum-Unterkünfte und Wohnungsmissbrauch ein

Nordrhein-Westfalen geht gegen Slum-Unterkünfte und ausbeuterische Wohnverhältnisse vor. Die Landesregierung hat einen Entwurf für das Fair-Wohnen-Gesetz verabschiedet, das sich gegen minderwertige Arbeiterunterkünfte und den Missbrauch von Wohnraum richtet. Das neue Gesetz führt strengere Regeln ein, darunter Verbote für ausbeuterische Wohnpraktiken und schärfere Kontrollmechanismen.

Hintergrund der Gesetzesinitiative sind jahrelange Berichte über schwere Verstöße im Wohnungssektor – insbesondere in Städten wie Duisburg, Gelsenkirchen, Dortmund, Essen und Wuppertal. Zwischen 2021 und 2026 deckten Medienrecherchen wiederholt auf, wie in Arbeiterheimen und Slum-Gebäuden Überbelegung, Schimmelbefall, fehlende Sanitäranlagen und die Ausbeutung durch Immobilienspekulanten an der Tagesordnung waren.

Mit dem neuen Gesetz werden ausbeuterische Wohnpraktiken erstmals explizit verboten. Kommunen erhalten erweiterte Befugnisse, um Unterkünfte zu registrieren und Qualitätskontrollen durchzuführen. Nur zertifizierte Objekte dürfen künftig als Beherbergungsbetriebe genutzt werden. Zudem wird die Frist für genehmigungsfreie Kurzzeitvermietungen von 90 auf 56 Tage pro Jahr gesenkt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Behörden erhalten darüber hinaus schärfere Eingriffsrechte, darunter die Möglichkeit, eine Treuhandverwaltung anzuordnen oder in Extremfällen sogar zu enteignen – allerdings nur unter strengen Auflagen. Diese Maßnahmen greifen erst, wenn Versuche, Problemimmobilien zu erwerben und zu sanieren, gescheitert sind. Das Gesetz erweitert zudem Meldepflichten und den Datenabgleich, um Sozialbetrug besser aufdecken zu können.

Zusätzlich prüft das Land einen bundesweiten Vorstoß für ein soziales Zurückbehaltungsrecht bei Mietwohnungen, das besonders schutzbedürftige Mieter weiter absichern soll.

Ziel des Fair-Wohnen-Gesetzes ist es, die Wohnqualität in Nordrhein-Westfalen zu verbessern und Ausbeutung auf dem Wohnungsmarkt zu verhindern. Die Kommunen erhalten mehr Kontroll- und Regulierungsmöglichkeiten, während strengere Vorschriften gegen Slum-Bedingungen und illegale Kurzzeitvermietungen durchgesetzt werden. Die Umsetzung des Gesetzes hängt dabei von der Zusammenarbeit zwischen Städten, Gemeinden und Landesbehörden ab.

Quelle