Niedersachsen startet Pionierprojekt für Tiefengeothermie in stillgelegtem Gasbohrloch
Lukas AlbrechtNiedersachsen startet Pionierprojekt für Tiefengeothermie in stillgelegtem Gasbohrloch
Niedersachsen genehmigt erstes landesfinanziertes Tiefengeothermie-Projekt
Niedersachsen hat sein erstes staatlich gefördertes Tiefengeothermie-Projekt bewilligt. Die Initiative nutzt ein stillgelegtes Erdgasbohrloch in Munster nach 15 Jahren Planung neu. Damit setzt die Region einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Energieversorgung.
Ursprünglich stammte das Bohrloch von ExxonMobil. Ingenieure werden es vertiefen und stabilisieren, um geologische Daten zu bestätigen. Ein Dublettensystem fördert 147°C heißes Wasser, nutzt dessen Wärme und leitet es zurück in das Reservoir, wo es erneut erhitzt wird.
Der kommunale Versorger Stadtwerke Munster-Bispingen trieb das Vorhaben neun Jahre lang voran. Politische Wechsel verzögerten die Umsetzung, doch 2014 stimmte der Landtag einstimmig zu. Umweltminister Christian Meyer kündigte am 4. Mai 2023 eine Förderung von 7,1 Millionen Euro an – das Land übernimmt 90 Prozent der Kosten.
Das Projekt soll 30 Prozent des regionalen Wärmebedarfs decken und rund 5.000 Haushalte in Munster versorgen. Zudem wird die Lithiumgewinnung als umweltfreundliche Alternative zum Tagebau erprobt. Professor Dieter Michalzik, langjähriger Berater, zeigt sich optimistisch über den Erfolg.
Die Förderung markiert eine neue Phase für die Geothermie in Niedersachsen. Das Vorhaben wird Tausende mit Wärme versorgen und nachhaltige Lithiumproduktion erforschen. Sein Gelingen könnte künftige Energie- und Bergbaustrategien im Land prägen.
