Moers würdigt vergessene Spuren jüdischen Lebens mit neuer Broschüre
Lukas AlbrechtMoers würdigt vergessene Spuren jüdischen Lebens mit neuer Broschüre
Neue Broschüre würdigt Spuren jüdischen Lebens in Moers
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit hat eine neue Broschüre vorgestellt, die die Überreste jüdischen Lebens in Moers dokumentiert. Die unter dem Titel "Spuren jüdischen Lebens" erschienene Publikation wurde bei einer kürzlichen Veranstaltung präsentiert, an der auch Bürgermeisterin Julia Zupancic teilnahm. Im Rahmen der Feier übernahm die Bürgermeisterin die Schirmherrschaft über die Gesellschaft und unterstrich damit das Engagement der Stadt, dieses Erbe zu bewahren.
Die Broschüre hält die wenigen noch sichtbaren Zeugnisse der jüdischen Vergangenheit Moers' fest – von der frühen Geschichte der Gemeinde über den Standort der ehemaligen Synagoge bis hin zu den "Stolpersteinen", die an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Zwar sind Details über das jüdische soziale und kulturelle Leben vor 1933 nur spärlich überliefert, doch soll die Publikation dazu beitragen, diese Fragmente der Geschichte zugänglich zu halten. Die Broschüre ist ab sofort für drei Euro in öffentlichen Einrichtungen der Stadt erhältlich.
Ein zentrales Anliegen der Gesellschaft ist die Einbindung jüngerer Generationen. Durch Kooperationen mit lokalen Schulen wie dem Adolfinum-Gymnasium werden Schülerinnen und Schüler über das jüdische Erbe und die Bedeutung des Gedenkens aufgeklärt. Zudem profitiert die Organisation von starken überregionalen Netzwerken, die maßgeblich dazu beitrugen, die renommierte Buber-Rosenzweig-Medaille nach Moers zu bringen. Zu den bisherigen Preisträgern aus der Stadt zählen Heinz Kremers und Nikolaus Schneider, die für ihr Engagement im christlich-jüdischen Dialog ausgezeichnet wurden.
Bürgermeisterin Zupancic nutzte die Gelegenheit, um ihr Bekenntnis gegen Antisemitismus und für die Bewahrung des Gedenkens an die jüdische Gemeinde Moers' zu erneuern. Die Arbeit der Gesellschaft sei entscheidend, betonte sie, um zu verhindern, dass diese Geschichte in Vergessenheit gerate oder gar verdrängt werde.
Die Veröffentlichung der Broschüre markiert einen weiteren Schritt in den fortlaufenden Bemühungen Moers', seine jüdische Geschichte zu dokumentieren und der Öffentlichkeit nahezubringen. Mit der Unterstützung der Bürgermeisterin und den Bildungsinitiativen der Gesellschaft setzt sich die Stadt weiterhin für ein waches Bewusstsein ihrer Vergangenheit ein. Die Publikation bleibt für alle Interessierten zugänglich und bietet eine greifbare Verbindung zu einer Geschichte, die mit der Zeit zu verblassen droht.






