29 April 2026, 05:21

Lehrkräfte kämpfen um Rückhalt gegen Hass und Diskriminierung an Schulen

Plakat für den American Rescue Plan mit Text, der besagt, dass es die Kindarmut in der Hälfte reduzieren würde, und einem Bild einer vielfältigen Gruppe von Menschen.

Lehrkräfte kämpfen um Rückhalt gegen Hass und Diskriminierung an Schulen

Petition "Schulen zeigen Haltung" fordert mehr Rückhalt für Lehrkräfte im Kampf gegen Diskriminierung und Hass

Eine neue Kampagne mit dem Titel "Schulen zeigen Haltung" drängt Politiker:innen dazu, Lehrkräften stärkeren Rückhalt im Umgang mit Diskriminierung und Hass zu geben. Die Initiative entsteht zu einer Zeit, in der immer mehr Pädagog:innen sensible Themen wie Klimawandel oder Rassismus meiden – aus Angst, gegen Neutralitätspflichten zu verstoßen. Gleichzeitig gefährden Kürzungen bei der Finanzierung wichtige Präventionsprogramme gegen Extremismus an Schulen in ganz Deutschland.

Am Genoveva-Gymnasium in Köln haben rund 90 Prozent der Schüler:innen einen Migrationshintergrund. Felix Bjerke, Lehrer an der Schule, leitet dort das Programm "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" und organisiert Workshops zu Antirassismus, Antisemitismus und Verschwörungstheorien. Doch die Kooperationspartner seiner Schule – darunter Organisationen wie 180 Grad Wende und Transaidency – könnten noch in diesem Jahr ihre Bundesförderung verlieren.

Besonders hart treffen die Kürzungen Ostdeutschland, wo rechtsextreme Einflüsse bereits stark sind. Projekte wie das Kölner "Demokratiefest" – jahrelang vorbereitet – stehen nun auf der Kippe. Kritiker:innen warnen, dass der Wegfall dieser Programme die Fähigkeit der Schulen schwächt, Extremismus entgegenzutreten und demokratische Werte zu verteidigen.

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Lehrkräfte berichten von wachsender Zurückhaltung, kontroverse Themen im Unterricht zu behandeln – auch wegen des Drucks durch die rechtspopulistische AfD. Viele vermeiden inzwischen Debatten, die Gegenwind auslösen könnten, und entziehen Schüler:innen damit Gelegenheiten für kritische Auseinandersetzungen.

Die Petition macht auf eine wachsende Kluft zwischen den Bedürfnissen der Schulen und der politischen Unterstützung aufmerksam. Über 5.000 Schulen gehören zum Netzwerk "Schule ohne Rassismus" und sind auf Initiativen angewiesen, die bald verschwinden könnten. Ohne Förderung, so warnen Pädagog:innen, werde ihre Handlungsfähigkeit im Kampf gegen Hass und Diskriminierung weiter schrumpfen.

Quelle