Klöckner & Co wird von US-Konzern Worthington Steel übernommen
Der deutsche Stahlhändler Klöckner & Co steht vor einer Übernahme durch den US-Konzern Worthington Steel und wird damit künftig in amerikanischer Hand sein. Die im Januar 2026 bekannt gegebene Vereinbarung folgt auf ein Jahr mit gemischten Finanzzahlen für das Unternehmen, das weltweit rund 6.500 Mitarbeiter beschäftigt. Worthingtons Angebot lag dabei 80 Prozent über dem Aktienkurs von Klöckner – kurz Klöco – von Anfang Dezember 2025.
Für das Jahr 2025 verzeichnete Klöckner & Co einen Umsatzrückgang um 4 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Trotz dieses Rückgangs stieg der operative Gewinn um 25 Prozent, wobei das Unternehmen dennoch einen Nettoverlust von 53 Millionen Euro verbuchte. In den vergangenen Jahren hat sich der Konzern zunehmend von dem klassischen Stahlhandel hin zur lukrativeren Metallverarbeitung orientiert.
Die Übernahme durch Worthington Steel soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden. Um die Transaktion abzusichern, wurde die erforderliche Annahmequote auf 57,5 Prozent gesenkt und die Frist für die Zustimmung verlängert. Im Rahmen der Umstrukturierung plant Klöckner & Co zudem den Verkauf seiner schwach performenden Tochtergesellschaft Becker Group, die in den letzten Jahren kaum zur Gewinnentwicklung beigetragen hat.
Unklar ist bisher, wie sich der Verkauf der Becker Group auf die Mitarbeiter oder Standorte auswirken wird. Die Tochtergesellschaft ist vor allem im Ruhrgebiet aktiv, doch offizielle Zahlen zu möglichen Stellenstreichungen liegen nicht vor.
Mit dem Abschluss der Übernahme würde sich für Klöckner & Co ein grundlegender Wandel vollziehen: Aus einem deutschen Familienunternehmen wird eine Sparte eines US-Metallverarbeiters. Die Transaktion spiegelt die strategische Neuausrichtung des Konzerns wider, der künftig stärker auf Verarbeitung als auf den traditionellen Stahlhandel setzen will. Der endgültige Vollzug des Deals hängt nun noch von der Zustimmung der Aktionäre und den notwendigen regulatorischen Schritten ab.






