Heino-Konzert entfacht Streit um Nationalhymne bei Feuerwehr-Veranstaltung
Henry KochHeino-Konzert entfacht Streit um Nationalhymne bei Feuerwehr-Veranstaltung
Ein kürzlich stattgefundenes Konzert des deutschen Volksmusik-Ikonen Heino hat die Debatte um das Abspielen der Nationalhymne bei einer Feuerwehrveranstaltung neu entfacht. Der 87-jährige Sänger trat am Samstag in Bad Belzig, Brandenburg, auf, um Richard Münder zu unterstützen – einen Feuerwehrmann, der nach dem Abspielen einer umstrittenen Strophe der Hymne von seiner Richtertätigkeit enthoben wurde. Der Vorfall hat die Spaltung innerhalb der Feuerwehrgemeinschaft weiter vertieft.
Ausgelöst wurde der Streit, als Münder bei den Feuerwehr-Weltmeisterschaften 2025 in Torgau, Nordsachsen, Heinos Aufnahme der deutschen Nationalhymne aus den 1970er-Jahren – inklusive aller drei Strophen – abspielte. Der Deutsche Feuerwehrverband reagierte, indem er Münder sämtliche Schiedsrichteraufgaben entzog, eine Entscheidung, die er seither verteidigt. Münder wies rechtsextreme Tendenzen von sich, bedauerte jedoch das "Missverständnis", betonte aber, dass er nicht allein verantwortlich gemacht werden dürfe.
Heinos Manager Helmut Werner bezeichnete Kritiker als "ahnungslose Analphabeten", als er nach der politischen Haltung des Sängers gefragt wurde. Werner präzisierte, dass die erste Strophe der Hymne "nie verboten" gewesen sei, ihr Einsatz bei einem Bundeswettbewerb jedoch unangemessen war. Das Konzert in Bad Belzig zog Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen an, die sich hinter Münder stellten und seine Bestrafung als überzogen kritisierten. Während der Veranstaltung skandierten einige Besucher im Chor: "Ostdeutschland, Ostdeutschland!"
Münder hat inzwischen die Deutsche Feuerwehrsport Gemeinschaft mitgegründet, eine alternative Organisation, die eigene jährliche Meisterschaften außerhalb des offiziellen Verbandes ausrichtet. Rolf Fünning, Präsident des Brandenburgischen Feuerwehrverbandes, warnte vor einer Zersplitterung der Gemeinschaft. Er untersagte Mitgliedern die Nutzung offizieller Abzeichen bei diesen Abspaltungsveranstaltungen, doch bisher wurden keine unmittelbaren Auswirkungen auf künftige Wettbewerbe gemeldet.
Das Konzert und seine Folgen haben die anhaltenden Spannungen um die Verwendung der Hymne und Münders Ausschluss deutlich gemacht. Da die nächsten offiziellen Meisterschaften erst in vier Jahren anstehen, droht die Spaltung parallele Feuerwehrstrukturen zu schaffen. Vorerst bleibt der Konflikt ungelöst – und mit ihm die Gräben innerhalb der Reihen.






