EU-Recht auf Reparatur: Warum Verbraucher und Händler noch zögern
Eine neue EU-Richtlinie zum „Recht auf Reparatur“ soll die Instandsetzung defekter Elektro- und Haushaltsgeräte erleichtern. Doch viele Verbraucher wissen nichts von den Änderungen, während Unternehmen vor steigenden Kosten und Personalmangel warnen.
Die Verordnung zielt darauf ab, Reparaturen statt Neukäufe zu fördern, indem Ersatzteile und Dienstleistungen leichter zugänglich gemacht werden. Eine aktuelle Umfrage zeigt jedoch, dass nur 44 Prozent der Verbraucher die Richtlinie kennen. Noch weniger sind bereit, viel für Reparaturen auszugeben – im Schnitt geben Kunden maximal 22 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises dafür aus.
Die Kosten bleiben ein großes Hindernis: Sieben von zehn Verbrauchern halten Reparaturrechnungen bereits für zu hoch im Vergleich zum Neukauf. Jeder Vierte entscheidet sich allein anhand der Reparaturkosten, ob ein Gerät überhaupt instand gesetzt wird.
Auch die Wirtschaft steht vor Herausforderungen: Fast drei Viertel der Händler (74 Prozent) geben zu, dass ihnen qualifizierte Fachkräfte fehlen, um mehr Reparaturen durchzuführen. Gleichzeitig erwarten 68 Prozent der Händler und 63 Prozent der Hersteller, dass die Reparaturkosten aufgrund teurerer Ersatzteile und höherer Lohnkosten steigen werden. Einige Händler (62 Prozent) rechnen sogar damit, dass die Preise für Neugeräte anziehen, um die reparaturbedingten Mehrkosten auszugleichen.
Die „Recht auf Reparatur“-Richtlinie soll Abfall reduzieren und Verbrauchern Geld sparen. Doch bei geringer Bekanntheit, hohen Kostenbedenken und Kapazitätsengpässen in der Branche bleibt ihre Wirkung ungewiss. Sowohl Kunden als auch Unternehmen müssen sich anpassen, wenn die neuen Regeln in Kraft treten.






