12 February 2026, 05:12

Zwei Brüder kämpfen um Bleiberecht nach tödlichem Polizeieinsatz in Berlin

Eine Gruppe deutscher Gefangener in Frankreich mit Waffen im Freien stehend, umgeben von Bäumen, Häusern und einem klaren blauen Himmel.

Zwei Brüder kämpfen um Bleiberecht nach tödlichem Polizeieinsatz in Berlin

Zwei Jahre nach dem Tod ihres Bruders bei einem umstrittenen Polizeieinsatz in Berlin stehen Sidy und Lassana Dramé vor einer ungewissen Zukunft. Die Brüder, die nach Deutschland gereist waren, um das Gerichtsverfahren zu begleiten, haben inzwischen abgelaufene Aufenthaltstitel und keine Arbeitserlaubnis. Ein wachsendes Bündnis aus Politikern, Juristen und Aktivisten setzt sich dafür ein, dass die Stadt ihnen langfristige Sicherheit und Arbeitsgenehmigungen gewährt.

Mouhamed Dramé starb am 8. August 2022 während eines Polizeieinsatzes in Berlins Nordstadt. Anfangs wurden fünf Beamte wegen übermäßiger Gewaltanwendung angeklagt, darunter der unerlaubte Einsatz von Pfefferspray. Nach 31 Verhandlungstagen wurden alle freigesprochen – das Gericht begründete dies damit, dass der Einsatz tödlicher Gewalt notwendig gewesen sei, um einen Suizid zu verhindern. Eine Revision beim Bundesgerichtshof steht noch aus, doch weitere Schritte wurden bisher nicht öffentlich bekannt gegeben.

Vor zwei Jahren kamen die Brüder nach Berlin, um Gerechtigkeit für Mouhamed zu erlangen. Seitdem leitet Sidy, ein 39-jähriger gelernter Schneider, ehrenamtlich eine wöchentliche Nähwerkstatt. Der 26-jährige Lassana unterstützt zwar einen lokalen Künstler, kann ohne Arbeitserlaubnis jedoch kein Einkommen erzielen. Beide sind derzeit auf vorübergehende Hilfe angewiesen, während ihr rechtlicher Status in der Schwebe hängt.

Ein breites Bündnis – darunter die Bezirksbürgermeisterin Hannah Rosenbaum, die Migrationsanwältin Claire Deery und Fans des BVB – hat einen offenen Brief unterzeichnet, in dem langfristige Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen für die Brüder gefordert werden. Deery argumentiert, dass der anhängige Revisionsantrag und der Wille der Brüder, sich einzubringen, ihren Verbleib rechtfertigen würden. Rosenbaum unterstützt die Kampagne öffentlich und appelliert an die Stadt, ihnen Perspektiven zu bieten.

Berlins Stadtkämmerer Jörg Stüdemann hat die schwierige Lage der Brüder anerkannt. Das Ausländeramt prüft derzeit ihren Fall, während die Stadt klärt, ob unter den gegebenen Umständen Arbeitserlaubnisse erteilt werden können. Zivilgesellschaftliche Gruppen drängen weiterhin auf eine Lösung, die es Sidy und Lassana ermöglicht, zu bleiben und legal zu arbeiten.

Die Dramé-Brüder leben derzeit in einer rechtlichen Grauzone – sie können nicht arbeiten, obwohl sie sich in der lokalen Gemeinschaft engagieren. Ihre Zukunft in Berlin hängt nun von der Entscheidung der Stadt und dem Ausgang des laufenden Revisionsverfahrens ab. Werden ihnen die Genehmigungen erteilt, könnten sie endlich ein sicheres Leben an dem Ort aufbauen, den sie seit zwei Jahren ihr Zuhause nennen.