17 March 2026, 12:28

Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft mit sinkenden Preisen und neuen Schädlingen

Nahaufnahme einer Blattschneiderbiene auf dem Boden zwischen trockenen Blättern und Gras.

Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft mit sinkenden Preisen und neuen Schädlingen

Zuckerrübenanbau in Deutschland gerät zunehmend unter Druck

Der Anbau von Zuckerrüben in Deutschland steht vor wachsenden Herausforderungen. Die Preise sind gesunken, die Kosten gestiegen, und Krankheiten breiten sich aus – viele Landwirte reduzieren daher ihre Anbauflächen. Trotz dieser Schwierigkeiten setzen einige Bauern, wie Marius Feldmann in Nordrhein-Westfalen, auf neue Lösungen, um die Kulturpflanze wirtschaftlich zu halten.

Die mit Zuckerrüben bestellte Fläche ist in ganz Deutschland geschrumpft. Wurden 2023 noch rund 375.000 Hektar angebaut, sank die Fläche bis 2026 auf etwa 340.000 Hektar. Besonders betroffen sind Regionen wie Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, wo die Rückgänge am stärksten ausfielen. Niedrige Zuckerpreise, hohe Produktionskosten und die Konkurrenz durch Kulturen wie Raps und Getreide treiben diese Entwicklung voran. Zudem beeinträchtigte die Dürre 2024 die Erträge erheblich.

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Die Landwirte sehen sich mit multiplen Bedrohungen konfrontiert. Dr. Johann Maier, Forschungsleiter bei Südzucker, nennt vor allem die Cercospora-Blattfleckenkrankheit, das Zuckerrüben-Rhizomanie-Syndrom (SBR) und resistente Unkräuter als größte Probleme. Die Zikade Hyalesthes obsoleta überträgt SBR und senkt so den Zuckergehalt, während Hirse und andere Beikräuter gegen herkömmliche Herbizide resistent werden. Notfallzulassungen für bestimmte Pestizide brachten zwar vorübergehend Entlastung, doch die Landwirte brauchen langfristig zuverlässigere Lösungen.

Neue Hilfsmittel bieten teilweise Abhilfe. Marius Feldmann, Betriebsleiter der Metternich-Ratibor-Corvey KG in Höxter, testete das Herbizid Rinpode auf 44 Hektar. Es erwies sich als wirksam gegen Hirse und Ausfallraps, ließ sich mit geringer Aufwandmenge einsetzen und leicht mit anderen Mitteln mischen. Solche Innovationen – zusammen mit moderneren Fungiziden und Biostimulanzien – helfen den Landwirten, ihre Erträge zu sichern.

Doch der wirtschaftliche Druck bleibt bestehen. Feldmann selbst verringerte seine Zuckerrübenfläche von 160 Hektar im Jahr 2023 auf 118 Hektar bis 2026. Ohne bessere Preise oder wirksameren Pflanzenschutz könnte die heimische Produktion auf Dauer unwirtschaftlich werden. Sinkt die Rentabilität weiter, gerät sogar die regionale Zuckerversorgung in Gefahr.

Die Zuckerrübenbauern passen sich mit neuen Herbiziden, Fungiziden und Anbaumethoden an, um Krankheiten, Schädlinge und sinkende Erlöse zu bekämpfen. Doch ohne verbesserte Marktbedingungen bleibt die langfristige Zukunft des deutschen Zuckerrübensektors ungewiss.

Quelle