24 March 2026, 20:33

Zoll zerschlägt illegale Tabakfabrik in NRW mit Millionen-Schaden

Deutsches Propagandaplakat mit zwei Männern in Mützen und Zigaretten rauchend, begleitet von Text.

Zoll entdeckt illegale Tabak- und Zigarettenproduktion - Zoll zerschlägt illegale Tabakfabrik in NRW mit Millionen-Schaden

Zollbeamte in Nordrhein-Westfalen haben einen großangelegten illegalen Tabakring aufgedeckt. Ein 45-jähriger Mann aus Coesfeld wurde unter dem Verdacht der Steuerhinterziehung und des Betrugs festgenommen, nachdem Ermittler eine nicht genehmigte Produktionsstätte entdeckt hatten. Bei der Aktion wurden zudem Drogen, gefälschte Waren beschlagnahmt und ein zweiter Tatverdächtiger in Zusammenhang mit dem Fall ermittelt.

Die Ermittlungen begannen, als die Behörden ein Grundstück in Coesfeld durchsuchten und dort eine illegale Fabrik zur Herstellung von Shisha-Tabak und gefälschten Zigaretten vorfanden. Die Anlage hatte eine Kapazität von bis zu 5.600 Zigaretten pro Stunde. Die Beamten beschlagnahmten 130 Kilogramm unversteuerten Wasserpfeifentabak, 15 Kilogramm Feinschnittabak und fast 70 Kilogramm Rauchtabak. Zudem wurden 30.000 unversteuerte gefälschte Zigaretten sichergestellt, die bereits verpackt und für den Vertrieb bereitstanden.

Weitere Durchsuchungen im Wohnhaus und in der Garage des Verdächtigen förderten zusätzliche 31.000 unversteuerte Zigaretten und 40 Kilogramm Rauchtabak zutage. Der geschätzte Steuerausfall durch die beschlagnahmten Tabakwaren beläuft sich auf knapp 55.000 Euro. Bei der Festnahme eines 27-jährigen Komplizen wurden in dessen Wohnung zudem gefälschte Potenzmittel, Kokain, drei Kilogramm Captagon, 350 Gramm Marihuana und ein illegales Messer sichergestellt. Der Straßenverkaufswert der beschlagnahmten Drogen übersteigt 122.000 Euro.

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Nordrhein-Westfalen verzeichnet einen stärkeren Anstieg der illegalen Tabakproduktion als andere deutsche Bundesländer. In den vergangenen fünf Jahren stiegen die Beschlagnahmungen in der Region um etwa 25 Prozent – von 1.200 auf 1.500 Tonnen jährlich. Dieser Zuwachs übertrifft den bundesweiten Durchschnitt; Nachbarländer wie Bayern und Baden-Württemberg melden Steigerungen von 15 bzw. 18 Prozent. Die Region bleibt aufgrund ihrer industriellen Infrastruktur und der Grenzlage ein Brennpunkt für illegale Produktion.

Der festgenommene 45-Jährige bleibt bis auf Weiteres in Untersuchungshaft, während die Ermittlungen andauern. Der Fall unterstreicht das Ausmaß der illegalen Tabakherstellung in Nordrhein-Westfalen, wo die Beschlagnahmungen in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben. Die Behörden prüfen derzeit mögliche Verbindungen der Verdächtigen zu übergeordneten kriminellen Netzwerken.

Quelle