Zensur bei "Die Reparaturwerkstatt": Warum Bob Monkhouses Witze plötzlich tabu wurden
Jonas MayerZensur bei "Die Reparaturwerkstatt": Warum Bob Monkhouses Witze plötzlich tabu wurden
Eine Folge von "Die Reparaturwerkstatt" wurde Anfang 2024 kurzfristig aus dem Programm genommen, nachdem ein Mitarbeiter der Produktion Witze in den handschriftlichen Notizbüchern von Bob Monkhouse beanstandet hatte. Die adoptierte Tochter des Komikers und seine langjährige Schreibpartnerin hatte die Bände aus den 1960er-Jahren zur Restaurierung in die Sendung gebracht. Die Entscheidung löste sofort eine Kontroverse aus.
Die Witzesammlungen, gefüllt mit tausenden handschriftlichen Scherzen, Karikaturen und Skizzen, enthielten Passagen, die heute von manchen als sexistisch angesehen werden. Die BBC verteidigte die Streichung mit dem Hinweis, man habe Rücksicht auf alle Zuschauer nehmen wollen.
Bob Monkhouse war dafür bekannt, seine Witzebücher überall mit sich zu führen und ständig neue Pointen oder Beobachtungen einzutragen. Die beiden als "laufende Akten" bezeichneten Bände umfassten Jahrzehnte seines Schaffens – Seiten voller Witze, Sketche und sogar Zeichnungen halb bekleideter Frauen. 1995 verschwanden sie spurlos, was Monkhouse schwer zusetzte, bis sie anderthalb Jahre später wieder auftauchten.
Als seine Tochter die Bücher in "Die Reparaturwerkstatt" brachte, begann das Team mit der aufwendigen Restaurierung der fragilen Bände. Doch während der Produktion meldete ein Mitarbeiter Bedenken wegen eines als anstößig empfundenen Witzes. Die entsprechende Szene wurde daraufhin vor der Ausstrahlung geschnitten.
Die BBC unterstützte die Entscheidung und betonte ihr Engagement für Inklusivität. Die Produktionsfirma Ricochet erklärte, die Auswahl der vorgestellten Objekte sei ein üblicher Teil des Prozesses. Dennoch zog der Schritt schnell Kritik von Comedy-Fans und Branchenvertretern auf sich.
Bis 2026 hatte sich der Widerstand weiter verstärkt. Medien wie "The Telegraph" und "Daily Mail" berichteten über wachsende Empörung, während Comedians wie Jimmy Carr die Entscheidung als "lächerlich" bezeichneten. Auf Social-Media-Plattformen, darunter das Reddit-Forum r/Comedy, wurde weiterhin die Wiederausstrahlung der Folge gefordert. Viele warfen der BBC Zensur und übertriebene politische Korrektheit vor.
Die gestrichene Folge bleibt bis heute unveröffentlicht – trotz jahrelanger öffentlicher Proteste. Die BBC hält an ihrer Haltung fest, sodass Monkhouses Witzesammlungen und die darin enthaltenen Scherze weiterhin nicht im Fernsehen zu sehen sind. Der Vorfall nährt nach wie vor Debatten über den Umgang mit historischem Material, künstlerische Freiheit und die Grenzen von Sendestandards.






