Zahn-Gold-Spenden in Duisburg: Wie Zähne soziale Projekte unterstützen
Jonas MayerZahn-Gold-Spenden in Duisburg: Wie Zähne soziale Projekte unterstützen
Seit fast drei Jahrzehnten verwandelt eine lokale Initiative in Duisburg altes Zahngold in dringend benötigte Spendengelder für wohltätige Zwecke. Dreizehn Zahnarztpraxen in der Stadt sammeln gezogene Zähne mit Goldanteilen – und fast alle Patienten entscheiden sich für eine Spende. Seit dem Start im Jahr 1996 sind auf diese Weise bereits knapp 1,5 Millionen Euro zusammengekommen.
Das Projekt nahm 1996 seinen Anfang, um Zahngold sinnvoll weiterzuverwerten, das sonst im Müll gelandet wäre. Patienten in den teilnehmenden Praxen können sich dafür entscheiden, ihre extrahierten Zähne zu spenden – rund 90 Prozent stimmen zu. Das Gold wird anschließend aufbereitet und verkauft, der gesamte Erlös fließt in lokale soziale Projekte.
Jährlich legen die beteiligten Zahnärzte fest, welche Einrichtungen die Gelder erhalten. Zu den bisherigen Begünstigten zählen ein Frauenhaus, die Alzheimer Gesellschaft, die Initiative „Gemeinsam gegen die Kälte“ sowie RISKID. Allein 2025 brachte die Aktion fast 32.000 Euro ein. Anna Jakobson, eine der Spenderinnen, arbeitet selbst im sozialen Bereich und sieht in der Initiative eine einfache Möglichkeit, etwas zurückzugeben. Doch Zahngold wird zunehmend seltener: Die moderne Zahnmedizin setzt heute weniger Gold für Füllungen und Kronen ein, sodass die gesammelten Mengen stetig schrumpfen.
Die Aktion bleibt weiterhin auf die Großzügigkeit der Bevölkerung und die schwindenden Goldvorkommen in Zähnen angewiesen. Seit 1996 hat sie mit fast 1,5 Millionen Euro an Spenden unzählige lokale Projekte unterstützt. Das Projekt bleibt ein seltenes Beispiel dafür, wie kleine Beiträge gemeinsam große Wirkung in der Gemeinschaft entfalten können.