Wuppertaler Mieter frieren wegen Fernwärme-Streit mit den WSW
Mieter im Wuppertaler ELBA Zukunftswerk verbringen seit fast einer Woche ohne Heizung – die Versorgung ihres Gebäudes wurde abrupt gekappt. Hintergrund ist ein anhaltender Streit zwischen dem Vermieter und den Wuppertaler Stadtwerken (WSW) über die Kosten der Fernwärme. Zwar hat ein Gericht Teile des Preismodells der WSW bereits für rechtswidrig erklärt, doch der Konflikt bleibt ungelöst.
Auslöser der Krise war die Kündigung des Wärmeliefervertrags durch die WSW, die das Gebäude daraufhin physisch von der Versorgung abkoppelte. Die Stadtwerke begründeten diesen Schritt damit, dass die bestehende Vereinbarung nicht mehr tragbar sei. Die Rechtsvertretung des ELBA Zukunftswerks bezeichnete die Abschaltung hingegen als unverhältnismäßig und betonte, dass sie die Arbeitsbedingungen der Mieter unmittelbar gefährde.
Das Landgericht Wuppertal urteilte kürzlich, dass die Kopplung der Fernwärmepreise an die Gaspreise durch die WSW unzulässig sei. Trotz dieses Richterspruchs hat das Unternehmen Berufung eingelegt, sodass eine endgültige Entscheidung noch aussteht. Unterdessen hat die ELBA Zukunftswerk GmbH, Betreiberin des Standorts, einen neuen Vertragsentwurf für die Wärmeversorgung vorgelegt. Solange jedoch keine Einigung zustande kommt, müssen die Mieter weiter mit kalten Büros und ohne Warmwasser auskommen. Die WSW beharrt darauf, dass ihre Preise marktgerecht seien, während ELBA die Forderungen als überzogen kritisiert – mit der Gefahr, dass Unternehmen das Gebäude verlassen müssten. Angesichts des nahenden Winters verschärft die Verzögerung bei der Wiederinbetriebnahme der Heizung den Handlungsdruck.
Eine Lösung des Konflikts hängt nun von der Unterzeichnung eines neuen Wärmeliefervertrags ab. Erst dann erhalten die Mieter wieder zuverlässige Heizung und Warmwasser. Zudem könnte das Ergebnis des Streits richtungsweisend für die Regulierung von Fernwärmepreisen in Wuppertal werden.