Wuppertal saniert dringend – doch der Haushalt bleibt unentschieden
Wuppertals Haushaltsausschuss billigt dringende Sanierungen – Finanzentscheidungen vertagt
Der Haushaltsausschuss der Stadt Wuppertal hat dringende Modernisierungen an zentralen kommunalen Gebäuden genehmigt, während umfassendere finanzielle Weichenstellungen aufgeschoben wurden. Im Mittelpunkt der Sitzung standen Debatten über Elektroarbeiten im Bürgerzentrum Bergischer Löwe sowie Pläne für ein neues Jugendzentrum in der Oberen Hauptstraße. Die Abstimmung über den Haushalt im Großen und Ganzen wurde auf die nächste Woche verschoben, wenn der Rat in voller Besetzung tagt.
Das Gremium bewilligte 2,5 Millionen Euro für die Überarbeitung der elektrischen Anlagen im Bergischen Löwen, wobei auf Hochwasserrisiken und massive Bauschäden verwiesen wurde. Alexandra Meuthen, Leiterin des Liegenschaftsamts, warnte, die aktuelle Installation sei "gefährlich veraltet und anfällig". Die Maßnahmen gelten als vorübergehende Lösung, bis eine Komplettsanierung ansteht – so solle sichergestellt werden, dass die Mittel nicht "in den Sand gesetzt" werden.
SPD-Fraktionschef Klaus Waldschmidt hinterfragte die Logik von Teilsanierungen und plädierte stattdessen für ein Gesamtkonzept. Der Bergische Löwe – eine 1900 von Josef Hammerschmidt geschaffene Jugendstil-Löwenplastik – steht seit 1985 unter Denkmalschutz und gilt als Symbol für das industrielle Erbe der Region.
Ebenfalls beschlossen wurden Notfall-Sicherheitsmaßnahmen im Jugendzentrum Q1 am Quirlsberg sowie die Planung eines neuen, 250 Quadratmeter großen Jugendtreffs. Dieser Raum soll flexibel von Pfadfindergruppen und dem Kita-Museum genutzt werden; die genauen Modalitäten stehen noch aus. Das Q1 selbst könnte in die Alte Zentralwerkstatt umziehen, auch wenn der Zanders-Industriekomplex vorerst offiziell als Standort feststeht.
Die Haushaltsdebatte eskalierte, als die CDU massive Kürzungen am Entwurf von Oberbürgermeister Marcel Kreutz durchsetzen wollte – dafür wäre jedoch die Zustimmung von SPD und Grünen nötig. Alle Fraktionen einigten sich darauf, die formelle Haushaltsabstimmung ausfallen zu lassen und die Entscheidungen auf die Ratssitzung am kommenden Dienstag zu vertagen.
Die Beschlüsse des Ausschusses sichern zwar akute Sanierungen ab, lassen aber die größeren finanziellen Fragen offen. Während die Elektroarbeiten im Bergischen Löwen nun anlaufen, harren Jugendförderung und Sparmaßnahmen noch der finalen Freigabe. Die nächste Ratssitzung wird zeigen, wie es mit der Finanzierung und Personalplanung weitergeht.






