25 December 2025, 03:18

Willichs Haushaltskrise spitzt sich 2026 mit 29,5 Millionen Euro Defizit zu

Eine Straße mit Fahrzeugen, Bäumen und Straßenlaternen, die zu einem großen Gebäude in der Nähe eines Gewässers führt.

Willichs Haushaltskrise spitzt sich 2026 mit 29,5 Millionen Euro Defizit zu

Willichs Finanzlage verdüstert sich nach Prüfung des Haushaltsentwurfs für 2026

Die finanziellen Aussichten für Willich haben sich deutlich verschlechtert, nachdem der Stadtrat den Entwurf für den Haushalt 2026 geprüft hat. Finanzdezernent Dr. Raimund Berg stellte die Zahlen am Mittwochabend vor und offenbarten ein wachsendes Defizit. Die aktuellen Prognosen zeigen ein Fehlbetrag von 29,53 Millionen Euro für 2026 – deutlich schlimmer als frühere Schätzungen.

Der Haushalt 2026 weist einen starken Rückgang der Einnahmen und steigende Ausgaben aus. Die laufenden Erträge werden voraussichtlich um 4,27 Millionen Euro auf 191,42 Millionen Euro sinken, während die Ausgaben um 13,05 Millionen Euro auf 230,65 Millionen Euro steigen. Auch die Pro-Kopf-Finanzierungsbilanz der Stadt verschlechtert sich weiter und erreicht 2026 einen Wert von 596 Euro – weit unter der durchschnittlichen Pro-Kopf-Verschuldung von 30.062 Euro pro Einwohner im Jahr 2024.

Doch nicht nur der Haushalt 2026 bereitet Sorgen: Auch die Planung für 2025 hat sich verschärft, mit einem nun auf 18,3 Millionen Euro prognostizierten Defizit – sechs Millionen Euro höher als ursprünglich veranschlagt. Dr. Berg betonte die Dringlichkeit von Gegenmaßnahmen und forderte einen mehrjährigen Konsolidierungskurs, um die Finanzen zu stabilisieren. Ohne Zustimmung der Aufsichtsbehörde droht der Stadt eine weitere Verschärfung der Haushaltskrise.

Um die Krise zu bewältigen, plant Willich Einsparungen bei den Betriebskosten städtischer Gebäude und konzentriert sich auf unverzichtbare Projekte. Priorität haben Schulen, Sporteinrichtungen, Straßen, Kitas, Kultureinrichtungen wie De Bütt sowie die Modernisierung der Feuerwehr. Ziel ist ein ausgeglichener Haushalt innerhalb der nächsten zehn Jahre – doch der Weg dorthin bleibt steinig.

Zunächst wird der Stadtrat den Haushaltsentwurf und den mittelfristigen Finanzplan beraten. Weitere Diskussionen und die endgültige Abstimmung sind für das kommende Jahr vorgesehen.

Willich steht nun vor schwierigen Entscheidungen, um die Ausgaben zu drosseln und die Einnahmen zu steigern. Das Haushaltsdefizit von 29,53 Millionen Euro für 2026 unterstreicht das Ausmaß der Herausforderung. Ohne strikte Ausgabenkontrolle und gezielte Investitionen dürfte die finanzielle Belastung der Stadt anhalten.