Willicher Stadtrat beschließt Haushalt 2026 trotz 25-Millionen-Defizit in Rekordzeit
Henry KochWillicher Stadtrat beschließt Haushalt 2026 trotz 25-Millionen-Defizit in Rekordzeit
Willicher Stadtrat verabschiedet Haushalt 2026 in Rekordzeit
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt für 2026 in weniger als zwei Stunden verabschiedet – eine der kürzesten Sitzungen dieser Art. Die einstimmige Entscheidung fiel trotz Bedenken wegen eines 25-Millionen-Euro-Defizits und steigender Kinderbetreuungskosten. Eltern und Gremien hatten sich zuvor gegen Gebührenerhöhungen ausgesprochen, doch zentrale Änderungen wurden dennoch durchgesetzt.
Der Haushaltsentwurf wies ein Fehlbetrag von rund 25 Millionen Euro aus, wobei die Stadt zunehmend auf Liquiditätskredite angewiesen ist. Sowohl die Grünen als auch die SPD-Fraktion unterstützten den Plan, äußerten jedoch Vorbehalte. Die Grünen betonten die Dringlichkeit finanzieller Maßnahmen, während die SPD vor Kürzungen warnte, die Familien zusätzlich belasten könnten. Stattdessen schlugen sie vor, nicht zwingend notwendige Ausgaben zu streichen.
Der Jugendhilfeausschuss hatte zuvor zwei Sparmaßnahmen abgelehnt: Geschwistergebühren für Kindergärten und eine höhere Eigenbeteiligung. Eltern in Willich hatten sich bereits frustriert über diese Pläne geäußert. Dennoch beschloss der Rat, die bisherige Regelung beizubehalten, nach der keine ermäßigten Geschwistergebühren erhoben werden.
In einer separaten Abstimmung wurde die jährliche Anpassung der Kita-Gebühren von zwei auf drei Prozent erhöht – und diese Erhöhung dauerhaft verankert. Die SPD begrüßte zwar die "Bauturbo"-Politik zur Beschleunigung des sozialen Wohnungsbaus, kritisierte aber die Streichung des Zuschusses für das 49-Euro-Ticket für Studierende.
Die Sitzung selbst verlief ungewöhnlich effizient: Alle Fraktionen beschränkten ihre Wortbeiträge auf fünf Minuten, und der Haushalt wurde ohne Gegenstimmen angenommen. Rechtlich in Kraft treten wird er im Juli.
Der verabschiedete Haushalt sieht höhere Kita-Gebühren vor und behält die aktuelle Geschwisterregelung bei. Angesichts des wachsenden Defizits wird der Finanzplan nun der rechtlichen Prüfung unterzogen. Die Änderungen gelten ab Juli – doch Sorgen über Bezahlbarkeit und mögliche Einschnitte bei Leistungen bleiben bestehen.






