Willich plant Geschwistergebühren für Kitas – Eltern protestieren gegen neue Belastungen
Jonas MayerWillich plant Geschwistergebühren für Kitas – Eltern protestieren gegen neue Belastungen
In Willich entbrennt eine neue Kontroverse um die Kosten für Kinderbetreuung, nachdem die Stadtverwaltung Gebühren für Familien mit mehreren Kindern einführen will. Angesichts wachsender Haushaltsprobleme erwägt die Stadtführung Änderungen – doch Eltern und Interessenverbände lehnen die Pläne vehement ab.
Im Mittelpunkt der Debatte stehen Vorhaben, Geschwisterzuschläge zu erheben und Gebührenanpassungen zu begrenzen. Die Maßnahmen könnten zwar über eine halbe Million Euro einbringen, haben bei den Betroffenen jedoch Empörung ausgelöst. Auslöser des Streits war ein Vorschlag der CDU, für Kita-Plätze, Hortbetreuung und Tagespflege Geschwistergebühren einzuführen. Bisher verlangt Willich – anders als Nachbarstädte wie Nettetal oder Kempen, wo Familien für jedes weitere Kind 50 Prozent des Regelbeitrags zahlen – keine Zusatzkosten für Geschwisterkinder.
Die Stadtverwaltung will durch den Wegfall der Geschwisterbefreiung rund 500.000 Euro einsparen und weitere 100.000 Euro, indem sie die Gebührenerhöhungen auf drei Prozent deckelt. Der Haupt- und Finanzausschuss hat die Verwaltung bereits angewiesen, die Elternbeitragsregelungen zu überprüfen und anzupassen. Die SPD-Fraktion lehnt die Pläne jedoch ab und argumentiert, dass die Last nicht bei den Eltern liegen dürfe. Stattdessen schlägt sie Einsparungen in Höhe von 115.000 Euro im Haushalt 2026 vor.
Betroffene wie Marlene Mendes, eine Anratherin, äußern scharfe Kritik. Viele Familien kämpfen ohnehin schon mit anhaltenden Problemen wie Personalmangel und Schließungen von Betreuungseinrichtungen. Auch der Jugendhilfeausschuss der Elternvertretung (JAEB) weist die Vorschläge zurück und warnt, dass höhere Gebühren die Haushalte unzumutbar belasten würden.
Die Diskussion um die Kinderbetreuung in Willich zieht sich bereits seit Jahren hin, ohne dass eine Lösung in Sicht ist. Während die Stadt nach Wegen sucht, den Haushalt zu entlasten, fürchten Eltern, dass die aktuellen Pläne die bestehenden Schwierigkeiten nur verschärfen werden.
Nun steht die Stadt vor einer schwierigen Entscheidung: Entweder setzt sie die Gebührenänderungen durch, um die Einnahmen zu steigern, oder sie findet alternative Einsparmöglichkeiten, um die Eltern nicht weiter zu belasten. Angesichts des wachsenden Widerstands aus der Bevölkerung und von politischen Gruppen bleibt der Ausgang ungewiss.
Jede endgültige Entscheidung wird Hunderten von Familien direkt betreffen, die bereits jetzt mit Betreuungsengpässen und steigenden Kosten zu kämpfen haben.






