28 January 2026, 03:01

Willich gedenkt jüdischer NS-Opfer mit bewegender Zeremonie und Schülerprojekten

Ein Steintafel an einer Wand mit eingraviertem Text, umgeben von Pflanzen unten, wahrscheinlich ein Holocaust-Mahnmal.

Willich gedenkt jüdischer NS-Opfer mit bewegender Zeremonie und Schülerprojekten

Feierliche Gedenkveranstaltung in Willich ehrt jüdische Opfer der NS-Verfolgung

In Willich fand eine würdevoll gestaltete Gedenkveranstaltung statt, die an die jüdischen Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung erinnerte. Schülerinnen und Schüler, lokale Amtsträger sowie Bürgerinnen und Bürger kamen zusammen, um der im Holocaust Ermordeten zu gedenken. Der Tag war geprägt von Gebeten, Musik und einem eindringlichen Appell, sich heute gegen Hass und Gleichgültigkeit zu stellen.

Die Gedenkfeier begann mit einem Gottesdienst in der Schneekapelle. Im Anschluss begaben sich die Teilnehmenden zur Holocaust-Gedenkstätte, wo ein Kranzniederlegungsritual stattfand, bevor die Veranstaltung im Pädagogischen Zentrum der Schule endete. Bachs Air verlieh der Feier eine nachdenkliche Atmosphäre, während Vertreter aus Politik, Verwaltung und Kirche der Opfer gedachten.

Von Schülerinnen und Schülern gestaltete Transparente würdigten lokale Opfer, darunter Rosetta und Albert Salm, Lina Wallach und andere. Ein Banner erinnerte an Fritz Bauer, einen jüdischen Juristen, der die Gestapo-Haft überlebte und später als Frankfurter Generalstaatsanwalt NS-Verbrecher vor Gericht brachte. Seine Arbeit führte 1963 zu den historischen Auschwitz-Prozessen. Auf Roll-up-Displays wurden die Schicksale der ermordeten jüdischen Männer, Frauen und Kinder aus Willich dokumentiert – eine Darstellung, die die Besucherinnen und Besucher tief berührte.

Schulleiterin Andrea Großkraumbach betonte die Bedeutung von Bildung für die Bewahrung demokratischer Werte und warnte vor dem erstarkenden Antisemitismus und Rassismus. Max Mamrotski von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf verband die Erinnerungen an den Holocaust mit heutiger Feindseligkeit und rief die Jugendlichen auf, kritisch zu denken und Verantwortung zu übernehmen. Bürgermeister Christian Pakusch verurteilte Holocaust-Leugnung und die Schändung von Gedenkstätten und mahnte die junge Generation zur Wachsamkeit.

Den Abschluss bildete ein Auftritt von Marc Riedl, der Bodo Wartkes Lied Das Land, in dem ich leben will interpretierte – ein Beitrag, der beim Publikum großen Anklang fand.

Die Gedenkveranstaltung vereinte Schülerinnen und Schüler, offizielle Vertreter sowie Überlebende, um über die Vergangenheit und ihre Lehren nachzudenken. Die Rednerinnen und Redner unterstrichen die Notwendigkeit, wachsam gegen Hass und Gleichgültigkeit zu bleiben. Die Ehrungen und Diskussionen des Tages machten deutlich, wie wichtig Erinnerung und Verantwortung in der heutigen Zeit sind.