Wiener Festwochen feiern Rekord mit 196.000 Besuchern und Milo Raus Republik der Götter
Henry KochWiener Festwochen feiern Rekord mit 196.000 Besuchern und Milo Raus Republik der Götter
Die Wiener Festwochen endeten mit Rekordbesuch: Fast 196.000 Gäste
Die Wiener Festwochen gingen mit einer Rekordbeteiligung von knapp 196.000 Besuchern zu Ende. Den Höhepunkt bildete die ambitionierte Inszenierung Republik der Götter von Milo Rau, die als Weltpremiere das 75-jährige Jubiläum des Festivals markierte. Die Veranstaltung löste zudem gesellschaftspolitische Debatten aus – insbesondere um die umstrittenen selbsternannten „Propheten“ Peter Thiel und Braco.
Raus Republik der Götter lief fünf Wochen lang und wurde von ihrem Schöpfer als das „größte Theaterstück aller Zeiten“ bezeichnet. Die Eröffnungsveranstaltung auf dem Heldenplatz zog besonders viele Zuschauer an und trug maßgeblich zu den höchsten Besucherzahlen in der Geschichte des Festivals bei. Raus Werk sorgte jedoch nicht nur für Begeisterung, sondern prägte auch Diskussionen weit über die Bühne hinaus.
Zu den herausragenden Produktionen zählte Angélica LiddellsSeppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben. Thorsten LensingsTanzende Idioten erntete breite Anerkennung, wobei Ursina Lardi mit ihrer eindringlichen Darstellung einer todkranken Frau überzeugte. Auch die Auftritte von Patti Smith und Florentina HolzingersPfingstspiel hinterließen bei den Zuschauern starke Eindrücke.
Weitere bemerkenswerte Inszenierungen waren Susanne KennedysParsifal, der als zu statisch kritisiert wurde, sowie Das tragische Schicksal der Sonata Nr. 2, das an einen Abendschulvortrag erinnerte. Brigitta Muntendorfs Musiktheaterstück Der Tag davor entwickelte sich zu einem mutigen Manifest gegen Gewalt. Die interaktive Performance Turn der Gob Squad erkundete mit einem publikumsbezogenen Spiel das Thema des Doppelgängers.
Mit einer Mischung aus bahnbrechenden und polarisierenden Werken feierte das Festival sein 75-jähriges Bestehen. Milo Raus Inszenierung und die Rekordbesucherzahlen unterstrichen die kulturelle Bedeutung der Veranstaltung. Die vielfältigen Aufführungen sicherten dem Festival nachhaltige Wirkung – sowohl auf das Publikum als auch auf den gesellschaftspolitischen Diskurs.






