Wie ein 1.000-jähriger Hof in Gütersloh durch Innovation überlebt
Ein 1.000 Jahre alter Familienhof in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) erhält neuen Schwung. Friedrich Wilhelm Haver-Rassfeld, der den Betrieb in den 1980er-Jahren übernahm, verwandelt die historischen Gebäude, um das Überleben des Hofs zu sichern. Aus einer einst kämpfenden Geflügelzucht entsteht so eine Mischung aus Arbeitsräumen, Läden und Veranstaltungsorten.
Haver-Rassfeld erbte den Hof vor Jahrzehnten, doch bald wurde klar: Traditionelle Bewirtschaftung lohnte sich nicht mehr. Statt den Betrieb aufzugeben, begann er, die Zukunft neu zu denken. Der alte Schweinestall wurde zum Hofladen, aus dem Schafstall eine Location für Feiern und Treffen.
2010 ging er noch einen Schritt weiter und finanzierte ein neues Wohn- und Geschäftshaus – mit Erträgen aus dem Hof und Bankkrediten. Aktuell wird ein Fachwerkhaus saniert, das seinen Charme behalten, aber modern genutzt werden soll. Die Arbeit war nicht einfach: Haver-Rassfeld spricht offen über die körperliche Anstrengung und bürokratischen Hürden. Sein Ansatz findet jedoch Anklang. Viele bewundern seinen Einsatz, manche schlagen Ergänzungen wie einen Gemüsegarten vor. Andere sehen in seinem Modell ein Vorbild für Landwirte, die unter ähnlichem wirtschaftlichen Druck stehen.
Die Verwandlung des Hofs zeigt, wie Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können. Indem Haver-Rassfeld alte Strukturen neu nutzt, sichert er nicht nur die Zukunft des Betriebs, sondern bewahrt auch seine Geschichte. Das Projekt macht zugleich deutlich welche Herausforderungen – und Chancen für Landwirte bestehen, die modernisieren möchten, ohne ihre Wurzeln zu verlieren.