24 November 2025, 02:02

Wenn Politiker-Namen zu Schimpfwörtern werden: Droht bald das Bundesverfassungsgericht?

Eine Sammlung von Zwiebeln, Kartoffeln und Kohlsorten.

Wenn Politiker-Namen zu Schimpfwörtern werden: Droht bald das Bundesverfassungsgericht?

Beleidigungen entwickeln sich im Laufe der Zeit weiter, und manche einst scharfe Wörter verlieren heute an Brisanz. In Deutschland löst es kaum noch Empörung aus, jemanden als "Dummkopf" oder "Schurke" zu bezeichnen. Doch der Jurist und Sprachwissenschaftler Roger "Flaming" Reisertsch warnt, dass neue Formen verbaler Angriffe – insbesondere solche, die Namen von Politikern einbeziehen – bald vor dem Bundesverfassungsgericht landen könnten.

Reisertsch, ein Experte für Beleidigungen und verbale Herabwürdigung – auch Malediktologie genannt –, hat untersucht, wie sich Sprache in juristischen Auseinandersetzungen wandelt. In seinem neuesten Buch führt er über tausend Politkernamen auf, die, als Schimpfwörter verwendet, rechtlich relevant werden könnten. Während Ausdrücke wie "Du Orban!" oder "Du blöder Trump!" in Deutschland zwar keine Anklage nach sich ziehen, könnten sie im Ausland – etwa in Ungarn oder den USA – durchaus Ärger provozieren.

Die rechtliche Bewertung von Beleidigungen ist im Fluss. Wörter, die einst harmlos schienen, könnten bald vor dem Gericht landen, vor allem, wenn sie mit politischen Persönlichkeiten verknüpft sind. Reisertschs Forschung zeigt, wie Sprache und Recht auf unerwartete Weise weiterhin aufeinandertreffen.