Warum nur 17 Prozent der Männer zum Urologen für Prostatakrebs-Vorsorge gehen
Clara MeyerWann sollten Sie dringend einen Urologen aufsuchen - Warum nur 17 Prozent der Männer zum Urologen für Prostatakrebs-Vorsorge gehen
Prostatakrebs bleibt die häufigste Krebserkrankung bei Männern und die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Dennoch lassen sich nur 17 Prozent der Männer regelmäßig vom Urologen untersuchen. Experten betonen, dass Früherkennung durch Vorsorgeuntersuchungen Leben retten kann – doch kulturelle Barrieren und mangelnde Routine stehen oft im Weg.
In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der PSA-Tests zur Prostatakrebs-Früherkennung in Deutschland stabil geblieben oder leicht gestiegen. Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) und der Deutschen Krebshilfe zeigen, dass jährlich etwa 4 bis 5 Millionen Tests bei Männern über 45 durchgeführt werden. Trotz anhaltender Diskussionen über Nutzen und Risiken der PSA-Untersuchung gilt sie mittlerweile als empfohlene Primärmethode – anstelle von körperlichen Tastuntersuchungen.
Ein einzelner PSA-Wert reicht jedoch nicht aus, um das Risiko einzuschätzen. Ärzte benötigen frühere Basiswerte, um angemessene Untersuchungsintervalle festzulegen. Die Leitlinien empfehlen, dass Männer mit einem PSA-Wert von 1,5 oder darunter fünf Jahre bis zur nächsten Kontrolle warten können. Bei Werten zwischen 1,5 und 3 sind alle zwei Jahre Nachuntersuchungen nötig, während Werte über 3 einer weiteren Abklärung bedürfen. Ein rascher Anstieg des PSA-Spiegels kann ebenfalls auf Prostatakrebs hindeuten.
Viele Männer meiden Vorsorgeuntersuchungen aus Unbehagen vor Eingriffen wie der digitalen rektalen Tastuntersuchung. Diese Zurückhaltung trägt zu einer geringen Teilnahmequote bei – besonders bei unter 60-Jährigen. Doch nicht nur Prostatakrebs, auch andere urologische Tumore in Hoden, Blase oder Nieren können sich im Frühstadium unbemerkt entwickeln. Regelmäßige Kontrollen sind entscheidend, um diese Erkrankungen zu erkennen, bevor Symptome auftreten.
Angesichts der großen gesundheitlichen Bedrohung durch Prostatakrebs appellieren Experten an Männer, ihre Scheu zu überwinden und urologische Vorsorgeuntersuchungen zur Priorität zu machen. Die aktuellen Leitlinien konzentrieren sich auf PSA-Verlaufskontrollen statt auf Einmal-Tests. Früherkennung bleibt der beste Weg, um die Behandlungserfolge zu verbessern und die Sterblichkeit durch urologische Krebserkrankungen zu senken.