Warum Jacques Tilly gegen Pferde in Karnevalsumzügen kämpft – und was PETA fordert
Clara MeyerSchwimmwagenbauer Jacques Tilly gegen Pferde in Karnevalsumzügen - Warum Jacques Tilly gegen Pferde in Karnevalsumzügen kämpft – und was PETA fordert
Die jahrhundertealte Tradition, pferde in Karnevalsumzügen einzusetzen, steht zunehmend in der Kritik. Der renommierte Wagenbauer Jacques Tilly, bekannt für seine scharfsinnigen satirischen Kreationen beim Düsseldorfer Rosenmontagszug, hat sich nun gegen diese Praxis ausgesprochen. Seiner Meinung nach passe sie nicht mehr zu modernen Werten.
Auch die Tierrechtsorganisation PETA hat sich in die Debatte eingeschaltet und fordert ein Verbot von pferden bei solchen Veranstaltungen. Die Organisation verweist auf Bedenken hinsichtlich des Tierschutzes und der öffentlichen Sicherheit – und führt Städte wie Bonn an, wo pferde bereits aus den Umzügen verbannt wurden.
Jacques Tilly, dessen mutige Entwürfe ihn zu einer prägenden Figur der deutschen Karnevalsszene gemacht haben, bezieht klar Position gegen den Einsatz von pferden. Er hält die Tradition für überholt und den heutigen ethischen Maßstäben nicht mehr gerecht werdend. Seine Haltung verleiht der laufenden Diskussion über Tierschutz bei öffentlichen Feiern zusätzliches Gewicht.
PETA unterstreicht Tillys Argumentation, indem sie lokale Behörden auffordert, pferde von Umzügen auszuschließen. Die Organisation behauptet, die Tiere litten unter erheblichem Stress durch Lärm, Menschenmengen und ungewohnte Umgebungen. In Bonn haben die Veranstalter bereits reagiert und pferde schrittweise abgeschafft – zum Schutz der Tiere wie der Zuschauer.
Trotz dieser Forderungen hat bisher keine deutsche Stadt ein generelles Verbot für Umzugspferde erlassen. In einigen Orten wie Gronau gelten zwar Regelungen, etwa die Pflicht zu einer Sondergenehmigung, doch offizielle Verbote gibt es nicht. Das Thema bleibt umstritten, da Befürworter der Tradition Veränderungen widerstehen.
Unterdessen sieht sich Tilly in Russland mit separaten juristischen Problemen konfrontiert. Ihm wird vorgeworfen, staatliche Institutionen verunglimpft zu haben – ein Delikt, das nach russischem Recht hohe Geldstrafen oder sogar Haftstrafen von bis zu zehn Jahren nach sich ziehen kann. Der Fall lenkt die Aufmerksamkeit auf die Risiken, denen Kritiker der Regierungspolitik im Land ausgesetzt sind.
Die Debatte über pferde in Karnevalsumzügen dauert an, wobei Tierschutzorganisationen und prominente Persönlichkeiten wie Jacques Tilly auf Reformen drängen. Zwar haben einige Städte ihre Praktiken bereits angepasst, doch flächendeckende Verbote gibt es nicht. Wie künftige Feiern Tradition und moderne Ansprüchen in Einklang bringen, könnte vom Ausgang dieser Diskussion abhängen. Tillys rechtliche Schwierigkeiten in Russland fügen der Geschichte eine weitere Ebene hinzu und verdeutlichen die größeren Herausforderungen für alle, die etablierte Normen infrage stellen.