03 February 2026, 23:26

Ver.di-Streiks legen Kitas und Pflegeheime in NRW für zwei Tage lahm

Ein Plakat zeigt die Anti-Kinderarbeit-Bewegung in Missouri, auf dem eine Gruppe von Menschen in traditioneller Kleidung zu sehen ist, einige stehen, einige sitzen, mit Gesichtsausdrücken der Furcht und Verzweiflung und Text oben und unten mit der Aufschrift "Die Anti-Kinderarbeit-Bewegung in Missouri."

Erste Warnstreiks in Awo-Kindergärten - Ver.di-Streiks legen Kitas und Pflegeheime in NRW für zwei Tage lahm

Warnstreiks legen Betreuungsdienste in Nordrhein-Westfalen diese Woche lahm

Die Gewerkschaft ver.di hat zu Arbeitsniederlegungen in Einrichtungen des Arbeiterwohlfahrtsverbands (AWO) am 4. und 5. Februar aufgerufen, nachdem die Tarifverhandlungen gescheitert sind. Die Beschäftigten fordern höhere Löhne, bessere Ausbildungsbedingungen und zusätzliche Urlaubstage für Gewerkschaftsmitglieder.

Die Streiks beginnen am Mittwoch, dem 4. Februar, mit Kundgebungen in Essen, Aachen und Köln. Betroffen sind vor allem Kitas in Essen, im Rhein-Erft-Kreis, in Bonn, im Rhein-Sieg-Kreis und in Köln – viele von ihnen müssen schließen oder ihren Betrieb einschränken. Auch einige Pflegeheime könnten sich beteiligen, wobei die Versorgung der Bewohner jedoch sichergestellt bleibt.

Am Donnerstag, dem 5. Februar, weitet sich die Aktion auf Ostwestfalen-Lippe aus, darunter eine Demonstration in Herford. Ver.di hat nicht bekannt gegeben, wie viele der 35.000 tarifgebundenen AWO-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter teilnehmen werden, warnt jedoch vor flächendeckenden Einschränkungen in Kindergärten, Pflegeeinrichtungen und Familienberatungsstellen.

Die Gewerkschaft fordert eine monatliche Bruttoerhöhung von 500 Euro für alle Beschäftigten, 300 Euro mehr für Auszubildende, verbesserte Arbeitsbedingungen in der Ausbildung sowie drei zusätzliche freie Tage pro Jahr für Mitglieder. Die Arbeitgeber lehnen dies mit Verweis auf die angespannte Haushaltslage im Sozialsektor als nicht finanzierbar ab. Sollten die Verhandlungen weiter stocken, könnten weitere Streiks in Brandenburg, Thüringen und im Saarland folgen.

Die zweitägigen Warnstreiks stellen eine Zäsur im Tarifkonflikt dar. Da keine Einigung in Sicht ist, müssen sich AWO-Einrichtungen auf wiederkehrende Beeinträchtigungen in den kommenden Wochen einstellen. Das Ergebnis wird Tausende Beschäftigte und Familien treffen, die auf Betreuungsangebote in der Region angewiesen sind.