Unveröffentlichte Manuskripte zeigen Wiesbaden vor dem Zweiten Weltkrieg
Lukas AlbrechtUnveröffentlichte Manuskripte zeigen Wiesbaden vor dem Zweiten Weltkrieg
Ein seltener Einblick in die turbulenten Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg wird bei einer Matinee in Wiesbaden geboten. Der lokale Historiker Ralf A. Gmelin präsentiert die unveröffentlichten Manuskripte seines Großvaters Hans Gmelin, der das Leben während der Kaiserzeit, der Weimarer Republik und der frühen NS-Diktatur dokumentierte. Die Veranstaltung findet am 12. Oktober im Stadtmuseum am Marktplatz statt.
Die Matinee mit dem Titel „1940. Die versunkene bürgerliche Welt“ beginnt um 11:00 Uhr in der Marktplatz 3. Hans Gmelin hielt ab 1934 seine Beobachtungen fest und fing so die sozialen und politischen Umbrüche ein, die Deutschland in den Krieg führten. Diese persönlichen Aufzeichnungen bieten ein direktes Zeugnis einer Welt im radikalen Wandel.
Ralf A. Gmelin wird aus den Manuskripten lesen, sie erläutern und einordnen – und den Besuchern so eine unmittelbare Verbindung zur Vergangenheit vermitteln. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Lokalhistoriker – 4. Staffel“ und steht der Öffentlichkeit kostenlos offen. Im Mittelpunkt stehen zwar Hans Gmelins Schriften, doch könnte die Diskussion auch auf Persönlichkeiten wie Dr. Erich Köhler eingehen, der später erster Bundestagspräsident der Nachkriegszeit wurde.
Die Matinee lädt dazu ein, Geschichte durch die Augen eines Zeitzeugen zu erleben. Hans Gmelins jahrzehntelang bewahrte Notizen werden durch die Kommentare seines Enkels lebendig. Interessierte können ohne Eintritt im Stadtmuseum am Marktplatz teilnehmen.