Thyssenkrupp-Umstrukturierung löst Proteste und Ängste bei Mitarbeitern aus
Clara MeyerThyssenkrupp-Umstrukturierung löst Proteste und Ängste bei Mitarbeitern aus
Umstrukturierung hinterlässt Spuren – Proteste bei Thyssenkrupp
Zuspitzung der Lage: Thyssenkrupp plant den Abbau von Servicebereichen. Die Konzernumstrukturierung stößt bei den Beschäftigten auf Widerstand.
Veröffentlicht am 8. Dezember 2025, 11:16 Uhr MEZ
Bei Thyssenkrupp formiert sich zunehmend Widerstand gegen die geplante Umstrukturierung des Konzerns. Am Montag versammelten sich Mitarbeiter vor dem Hauptsitz in Essen, um gegen Stellenstreichungen und die geplanten Veränderungen zu protestieren. Der Industriekonzern strebt bis 2030 die Umwandlung in eine reine Holdinggesellschaft an – doch die Belegschaft fürchtet massive Entlassungen auf diesem Weg.
Die jüngste Welle der Unruhe begann mit einer Kundgebung vor den Zentrale des Unternehmens. Beschäftigte äußerten Besorgnis über den möglichen Verlust von bis zu 1.500 Arbeitsplätzen in den Serviceabteilungen. Der Betriebsrat warnte zudem, dass langjährige Mitarbeiter durch jüngere, kostengünstigere Hochschulabsolventen ersetzt werden könnten.
Ein internes „offenes Forum“, organisiert vom Betriebsrat, gab den Mitarbeitern die Möglichkeit, ihre Sorgen zu äußern. Zwar nahmen nur wenige Dutzend teil, doch die Veranstaltung offenbarten tiefe Verunsicherung über die künftige Ausrichtung des Konzerns. Die von Konzernchef Miguel López vorangetriebene Restrukturierung umfasst den Verkauf der Stahlsparte sowie die geplante Börsennotierung des Marineschiffbau-Geschäfts.
Einige Maßnahmen sind bereits in Kraft getreten: Die IT-Einheit tk Information Management wurde aufgelöst, und Kündigungen für das Kantinenpersonal wurden ausgesprochen. Mit dem weiteren Fortschreiten der Umstrukturierung sind zusätzliche Kürzungen in den Servicebereichen zu erwarten.
Die Neuausrichtung wird Thyssenkrupp in den kommenden sechs Jahren grundlegend verändern. Arbeitsplatzverluste in den Serviceabteilungen gelten als wahrscheinlich – bis zu 1.500 Stellen könnten betroffen sein. Der Wandel hin zu einem Holdingmodell bedeutet, dass weitere Sparten verkauft oder ausgegliedert werden könnten.